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(Interessierte haben sich ebenfalls angesehen: Vermoegensteuer/Bodenreform
es gibt auch Gegenargumente gegen Existenzgeld oder BGE Grundeinkommen (OHNE Bedingungen) oder Mindestsicherung (OHNE Bedingungen)
https://existenzgeld2gegenargumente.wordpress.com
oder wie immer man es nennen möchte)

Vorbemerkung:
(V1) Je “fleissiger” wir sind, umso “gruendlicher” wirtschaften wir die Welt kaputt: als Lebensraum fuer Menschen, denn der Erde ist es egal, ob Menschen da leben …
Diese Seite zeigt, wie ein Existenzgeld (bedingungsloses GrundEinkommen BGE) am BIP/BNE orientiert werden kann und dass das kein extra Steuergeld kostet.
(V2) Flat Tax ist unsozial und Umverteilung nach oben
— 5,- Steuer von 10,- Einkommen ist nicht dasselbe wie 5mio von 10mio —
(V3) aber Abziehen eines Fixbetrags bewirkt ein Grundeinkommen
— wird die Steuerschuld negativ, wird sie als BGE ausgezahlt —
(V4) auch fuer Reiche: ist das nicht ungerecht?
— nein: 5mio ESt (minus 1000,-) von 10mio ist mehr als (jetzt) 4mio ESt —
(V5) wer zahlt das, gibt es dann noch Bier im Kuehlschrank?
— wir alle zahlen und kassieren, und KS & Bier gibts auch dann noch —
— 50% werden immer “arbeiten” wollen, weil sie mehr haben wollen —
— auch wenn 80% sagen dass “die Anderen” nichts arbeiten wollen —
(V6) BGE ist MINDESTsicherheit und MINDESTwert (jedes Menschen, eben auch in Geld) und zugleich ein sozial innovativer UND wirtschaftlich innovativer Impuls fuer mehr PRODUKTIVITAET und eine schlankere, flexiblere Wirtschaft: Maschinen sollen fuer Menschen arbeiten, nicht umgekehrt: monetaere Demokratie …
(d.h. selbst wenn auslaendisches Kapital “wegen BGE” aus Oesterreich fluechten sollte,
— rechnen Sie selber in der Tabelle nach, ob Sie dabei gewinnen oder verlieren —
bleibt als Resultat, dass sich die Wirtschaft STABILER und GLEICHMAESSIGER entwickelt, sodass sich auch Krisen viel weniger auf Oesterreich auswirken:
ein KIND sollte ja auch besser gleichmaessig wachsen und nicht
“einmal da und einmal dort” eine Beule bekommen ???)

***

1. BGE als MENSCHENRECHT: ein Minimum an monetaerer Demokratie und Freiheit
2. BGE “politisch”: ein Minimum an Partizipation und Mitbestimmung
3. BGE “wirtschaftlich”: ein Anreiz zu mehr Produktivitaet und Automation
4. Korrelation BNE, BIP, Besteuerung: Minimum fuer Alle statt Gewinn aus Krise
4a. Kennzahlen und ihre Eignung: VerteilungsFlachheit statt BIP/GDP
5. Berechnungsmodell: Stabilisierung statt Zusammenbruch, die Formeln
6. Das Ganze funktioniert weltweit: weil BNE/BIP korreliert
7. Demokratie am ArbeitsPlatz: besser “Arbeits”Platz” einschraenken …
(und mit BGE die freie Wahl verbessern, OB und WO Menschen fuer Lohn und/oder als UnternehmerInnen “arbeiten” wollen)
8. Randbedingungen dieser Berechnung

***

1. BGE als MENSCHENRECHT: ein Minimum an monetaerer Demokratie und Freiheit

Gedanken zu Demokratie und Freiheit (Partizipation) genauso wie zu Stabilitaet und Versorgung (Nahrung, Temperatur) definieren eine (ideologische) Bandbreite zwischen “Freier”Markt”Wirtschaft” (bzw. “Privat”Kapitalismus”) und “Arbeiter”Diktatur” (bzw. “Sozialismus”, der jedoch korrekt eher einem “Staats”Kapitalismus” entspricht).

Dass der “WERT des MENSCHEN” das hoechste Gut sei, wird dabei von allen Seiten versichert. Das ist aber ebenfalls ueberall leeres Gerede und HoffnungsBetrug, um bei Wahlen und Revolutionen MEHRHEITEN zu organisieren (statt demokratischen SCHUTZ vor den vielen Formen von “tyrannos” und MachtGier zu sichern).

BGE bedeutet ja sogar eine besser geschuetzte Erde und mehr Schonung von Klima, Umwelt, Ressourcen: weil Menschen wertvoller & teurer sind, (Zitat: “wir sind zu viele & zu fleissig geworden”), wird dank BGE die Welt weniger kaputt”gewirtschaftet”.

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2. BGE “politisch”: ein Minimum an Partizipation und Mitbestimmung

Aehnlich wie beim Begriff “unendlich” in der Mathematik, wo man sich “minus”unendlich” und “plus unendlich” (die unendlich weit entfernten “Enden”) einer Geraden als (den “unendlich”weit”entfernten” Bereich eines unendlich grossen) Kreis(es) vorstellen kann, der nur im engen Bereich eines Zeichenpapiers wie eine Gerade aussieht,
sind auch
Marktwirtschaft und Sozialismus zwei verschiedene Formen desselben Totalismus (“mit” Geld bzw. “gegen” Geld), der sehr rasch offensichtlich wird wenn “ihre” Strukturen an die Macht kommen.

Seit 1789 zeigt sich, dass diese Entwicklung zum Totalismus auch fuer MischFormen innerhalb dieser Bandbreite zutrifft. Daher stellt sich weniger die Frage, ob und wie Totalismus “bekaempft” werden koenne
— denn das entspricht einem “Austreiben des Teufels mit dem Beelzebub” —
sondern
ob und wie ein MINIMUM an FREIHEIT VON TOTALISMUS im Alltag “reserviert” werden kann, das jede(r) individuell — eben frei — fuer sich nutzen kann.

***

3. BGE “wirtschaftlich”: ein Anreiz zu mehr Produktivitaet und Automation

Neben BasisVersorgung der Mitmenschen durch Systematik in der Landwirtschaft in antiken Kulturen (Pyramiden, Stonehenge, Keltenkreise, Jesuitenstaat/Paraguay) fuehrt das in einer modernen GeldGesellschaft natuerlich zur Ueberlegung
Bedingungsloses GrundEinkommen BGE (Existenzgeld, Grundeinkommen OHNE Bedingungen)
— das kein Paradies auf Erden sondern ein MINIMUM an MenschenWuerde ist —
in verschiedenen Formen:
AT: http://www.grundeinkommen.at
PRO: http://www.pro-grundeinkommen.at
BIEN: http://basicincome.org/bien/
Netzwerk: http://www.grundeinkommen.info/index.php?id=37
ATTAC: http://community.attac.at/grundeinkommen.html
http://www.grundeinkommen-attac.de
Piratenpartei.de/politik/gesellschaftliche-teilhabe/arbeit-und-soziales
LPD tax model: http://taxmodel.wordpress.com
(siehe auch LinkAdressen in den Kommentaren)

Es ist ja ein schlechter Witz, dass zb Katastrophen (wegen der Versicherungs- und Reparatur- Leistungen, die zu bezahlen sind) das BIP steigern
Tatsaechlich bringen Lawinen und Muren eine enorme UmsatzSteigerung der Gewerbe, die Reparaturen ausfuehren. Nur im Fall der Beschaedigung von IndustrieAnlagen wird diese BIPsteigerung durch einen geringfuegigen Rueckgang der Umsaetze geschmaelert.

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4. Korrelation mit BNE, BIP, Besteuerung: Minimum fuer Alle statt Gewinn aus Krise

Unbeschadet vieler vernuenftiger Versuche, die Notwendigkeit besseren Umgangs mit Ressourcen auch “wirtschaftlich” mit “Kennzahlen” auszudruecken (pdf, mehr …)
… ist eines sofort klar:

Da jedes BGE unmittelbar Bestandteil des BNE bzw. des BIP ist,
— was ausser Nahrung, Kleidung, Miete sollte denn davon bezahlt werden koennen? —
— BGE geht also direkt in (BASIS)Konsum und stabilisiert diesen —
— wobei diese Dienstleistung von Arm an Reich nirgends honoriert wird —
liegt eine Korrelation BGE/BNE/BIP nahe, um Versorgung dadurch sogar noch besser stabilisieren zu koennen als durch bisherige “Wirtschafts”Politik”:
(je nach Art der Berechnung koennen zb EntstehungsRechnung, VerwendungsRechnung und VerteilungsRechnung zu verschiedenen Werten des BIP fuehren, obwohl sie theoretisch exakt dasselbe Ergebnis haben (sollten); deshalb ist es wichtig, nur in Dimensionen (GROESSENORDNUNGEN) zu rechnen und sich nicht in “exakten” Zahlen zu verstricken)
(da das BIP durch Geld steigt, das “verdient” bzw. “investiert” wird
— und eine Kenngroesse dafuer ist, “wieviel” in Geld “produziert” wird —
STEIGT das BIP mit jedem Ruinieren von Solidaritaet und mit jedem Ersatz von Solidaritaet durch “Bezahlung & Versteuerung”, d.h. fuer dominante Prioritaet der BIPsteigerung sind Sozialpolitik oder gar MenschenRechte und MenschenWuerde direkte “wirtschaftliche” Hindernisse;
da aber etwa durch “Versicherungs”Pflicht” geringfuegiger Beschaeftigungen — unter 500,- zb in Oesterreich seit Anfang der 2000er Jahre —
die medizinische Versorgung natuerlich nicht besser sondern nur das BIP gesteigert, und zwar in einer geradezu laecherlichen Dimension;

das intuitive Erkennen dieser Entwicklung ist vermutlich der Grund fuer die tiefe Verwurzelung der “Kapitalismus”Kritik, die sich auch in der heutigen EU trotz “Nahrungs”Sicherheit” wieder ausbreitet)

Das kann auch einfacher erklaert werden:

“Markt”Wirtschaft” zwingt jede(n), Geld aus den MitMenschen “herauszuholen”, weil Existenz seit der “Industrialisierung” (die ja nicht nur billige Schuhe erzeugte) an “Arbeit” und “Unternehmens”Gewinn” — also FremdBestimmung durch Chef oder Kunden — gebunden ist und ohne ArbeitsZwang (bzw. vielerorts ZwangsArbeit) nicht aufrecht zu erhalten ist.
D.h.
wenn BGE also OHNE Korrelation zu BNE und BIP und Steuerleistung eingefuehrt wird,
* kommt es bloss zu einer Umverteilung NACH OBEN wie zb im Fall der Mehrwertsteuer MWSt (die MWSt der Wurstsemmel des Obdachlosen finanziert die SteuerERLEICHTERUNG des Millionaers)
und
* macht im Ergebnis die gesteigerte Inflation das BGE wieder wertlos
(die Einstellung “jetzt haben meine Kunden 1000,- mehr pro Monat, da kann ich meine Nahrungsmittel problemlos um 5,-/kg verteuern” kann durc h Verbote nicht beseitigt werden, wie sich schon bei den Umstellungen von Waehrungen in den 1930er Jahren und 2003 zeigte)

BGE sollte also unbedingt am BIP/BNE orientiert werden.

***

4a. Kennzahlen und ihre Eignung: VerteilungsFlachheit statt BIP/GDP

(das Kombinieren geeigneter Strukturierungen fuer die Versorgung in Wohn- und AufenthaltsRaeumen — zb Buero, Roboterhalle — mit ertraeglichen RandBedingungen von Umwelt und Klima ist mit “Freier”Markt”Wirtschaft” nicht zu loesen
— MarktWirtschaft ist nur geeignet fuer BasisVersorgung —
— etwa mit Lebensmitteln, Kleidung und RaumTemperatur —
sondern
braucht andere Kenngroessen fuer Verbesserung als sie jetzt verwendet werden: zb
* CO2-Footprint oder
* Flachheit der VerteilungsKurve
von Einkommen und Vermoegen als Grundlage …

… anstelle von KaputtWirtschaften per BIP/GDP oder BNE/GNI)

(das ist nicht so kompliziert wie es klingt: je flacher die steilste Tangente der VerteilungsGlocke = je kleiner die 2.Ableitung wird, umso weniger sind Menschen von Verelendung betroffen; (das ist eine Formel, die so einfach wie ein Benzin- oder StromPreisRechner zu handhaben ist)
Normalverteilung ist zwar generell nur eingeschraenkt anwendbar, weil etwa Alter und viele andere Faktoren NICHT gleichverteilt oder normalverteilt sind, aber Normalverteilung kommt der Realitaet einigermassen nahe und kann der Abschaetzung — nicht der genauen Berechnung — dienen:
Normalverteilung f(x) = 1/wurzel(2pi) * exp(-x²/2)
1. Ableitung (Steigung der Tangente) f'(x) = 1/wurzel(2pi) * (-x) * exp(-x²/2)
2. Ableitung = 0 (null) wo die 1.Ableitung maximal oder minimal wird:
f”(x) = 1/wurzel(2pi) * (x² – 1) * exp(-x²/2) = 0 (null)
d.h. x² – 1 = 0 bzw. x² = 1 bzw. x = +/- 1 (Graphik, Wikipedia Bild ansehen)
bzw. Wikipedia Normalverteilung ansehen: die Seite dort ist aber komplizierter;
die Flachheit der VerteilungsGlocke ist also bei jener von 2 oder mehreren EinkommensVerteilungen besser, wo eine Steigung (1.Ableitung) an der Stelle der maximalen Steigung (2.Ableitung=0) kleiner ist als die andere(n) Steigung(en) an derselben Stelle
real ist das natuerlich nicht bei x = +/-1 sondern angenaehert bei (pro Person) 2/3 BIP — Kontrolle: und 4/3 BIP — der Fall, weil der Mittelwert der Einkommen (der Punkt x=0 in der Graphik) als BIP/Person definiert ist …
(korrekt: BNE/Person, aber BIP und BNE liegen in der gleichen Groessenordnung)
… und nur die Summen enorm asymmetrisch sind: weniger als 10% der Leute kassieren (bzw. besitzen) mehr als 90% der Einkommen/Vermoegen
d.h. eine geeignete Kennzahl Flachheit der EinkommensVerteilung stellt ergo sich dar als
*** FEV = 1/wurzel(2pi) * (2BIP/3) * exp(-(2BIP/3)²/2) 
– wegen Symmetrie kann der Betrag verwendet werden, also 2BIP/3 statt -2BIP/3 –
und der Vergleich (zb 2011 und 2012)
***
*** FEV.(2012)/FEV.(2011) = exp(-(2BIP/3)²/2).(2012) / exp(-(2BIP/3)²/2).(2011) ***
***
(in diese Formel muessen nur die beiden Werte des BIP eingesetzt werden)
– und ein kleineres FEV (bzw. FEV12/FEV11) bedeutet eine soziale Verbesserung –
wie sie gerade in reichen Staaten in Krisen besonders relevant wird)

Dass angesichts der Klima-, Umwelt- und RessourcenProbleme (abgesehen von den Krisen der vergangenen 20 Jahre) die Zukunft jedenfalls eher in persoenlicher SelbstBestimmung denn in “Leistung” und “Karriere” und “Wachstum” des BIP liegen wird
— wenn Kriege a la 16./17.Jht. und nach der 1930er Krise vermieden werden sollen —
bestaetigt diese Ueberlegung umso mehr.

***

5. Berechnungsmodell: Stabilisierung statt Zusammenbruch

Volkswirtschaftlich beinhaltet das BIP ca. 10% – 12% direkte Steuern (ESt, LSt, KESt) und dazu noch aehnlich grosse Anteile an indirekten Steuern (MWSt) und Sozialabgaben, die je nach Land sehr verschieden sind.
Die Summe der direkten Steuern ist also einerseits 0,10 BIP bis 0,12 BIP und andererseits die Summe der Einkommen (BNE) x Steuerquote (der “durchschnittlichen” Steuern ESt + LSt + KESt)

Im Fall eines BGE wird von der Steuerschuld das BGE abgezogen und (falls der Betrag negativ wird) tatsaechlich ausgezahlt bzw. auszahlbar: NettoEinkommen = Brutto – 50% + BGE
Fuer das LPD Steuermodell (?) sieht daher eine Korrelation des BGE auf BNE und BIP und Besteuerung wie folgt aus:
als BGE wird 1/3 des BIP angesetzt, (weil sich “SozialTransfer” i.a. zu 30% sofort refinanziert)
(das ist ein Erfahrungswert: mit BGE kann erstens nur BasisVersorgung im Supermarkt gekauft werden — die damit zugleich stabilisiert wird — und es fliessen sofort 20% MWSt an die Finanz zurueck;
stabile Loehne und Gewinne im Supermarkt bringen zweitens ebenfalls mehr Steuer, als wenn niemand mehr einkaufen kann und nur mehr gestohlen wird)
und das BGE betraegt damit

5a) aus der Sicht des Einzelnen

Gleichung
(1) *** SteuerBetrag = FT% * Einkommen (minus) BGE (Graphik in ext.Fenster)
(dieser SteuerBetrag wird als BGE NegativSteuer AUSGEZAHLT,
wenn er kleiner als Null wird)

Verwendete Quellen:
Als Quellen sind alle volkswirtschaftlichen Arbeiten jeder Universitaet oder jedes StatistikAmtes weltweit verwendbar; hier wurde Wikipedia als Quelle fuer BruttoInlandsProdukt BIP (X) und BruttoNationalEinkommen BNE (XX) verwendet, weil Wikipedia die (GroessenOrdnung der) Zahlenwerte richtig angibt und gut erklaert.
Eine gute Uebersicht bieten auch die Tabellen (XXX) von D.Kemmer (verlinkt zu den Originaldaten der Weltbank)
In dieser Rechnung ist aber nur das Verhaeltnis BIP/BNE relevant,
— per capita, also pro Kopf der Bevoelkerung —
relevant, waehrend aktuelle Zahlenwerte (BIP, BNE) fuer das BGE nicht relevant sind: siehe Gleichung (4)
Die Tabellen (X) und (XX) bzw. (XXX) zeigen,
1. dass fuer eine “grosse Volkswirtschaft” (USA, de facto die gesamte EU 17) das Verhaeltnis BIP/BNE = 1,0 ist (Abweichungen weniger als 1%),
aber auch zb Burundi (kleinstes BIP der Welt) hat BIP/BNE = 1,056
— Burundi: BIP/BNE = 279 / (515mio/7mio)/0,28 = 1,0556 —
— mit Schuldenstand 515mio = 28% des BNE (?) bei 7mio Einwohnern —
2. waehrend fuer “kleine Volkswirtschaften” die Werte des BIP/BNE von 0,85 (San Marino) und 0,87 (Schweiz) davon stark abweichen koennen.
(kleinere Werte (<1) deuten idR auf einen Finanzplatz, wo das Ausland Gewinn zieht
aber das Inland gut daran verdient,
groessere Werte (>1) deuten idR auf Exporteure mit schwacher Boerse)
und
3. einen starken Unterschied zwischen den ExportLaendern Japan und Suedkorea, — 34.348/39.078 = 0,88 (Japan) bzw. 22.778/19.908 = 1,14 (Suedkorea) —
(der auch die inzwischen starke Auslagerung der japanischen Produktion ins Ausland (vor allem USA) widerspiegeln duerfte, waehrend Suedkorea sehr starker Exporteur (suedkoreanischer Produktionen) ist)
(starke Schwankungen im Verhaeltnis BIP/BNE — wie sie 2005-2007 in Oesterreich bei den Spekulationen Floettl/Elsner BAWAG Skandal aufgetreten sind, muessen im Bankwesen geradezu ein Erdbeben an Schock und Neid ausgeloest haben; sogar die BundesFinanzierungsAgentur beeilte sich, zu profitieren aber wurde 2010 gestoppt) und
4. Laender, wo Kapital stark ins Land draengt (zb wegen lukrativer Ausbeutung von Rohstoffen) und Laender, die Kapital ins Land zu ziehen versuchen (zb als “Steuer”Oasen”), einen grossen bis sehr grossen Ueberhang BIP/BNE (>>1) aufweisen
— 6.930/5.770 = 1,20 (Russland 2006) betrifft vor allem Oel, Gas und Metalle —
— 110.000/65.000 = 1,7 (Luxemburg 2008) bzw. Liechtenstein als GeldSpots —
— die Weltbank schaetzt dass Liechtenstein hinter Luxemburg und Bermudas
— auf Platz 3 der “Welt”Rang”Liste” liegt —
— d.h. dass Bermudas und Liechtenstein mit Luxemburg vergleichbar sind —
(die Zahlen dieser SteuerOasen zeigen deutlich, dass ein hohes BIP kein Indikator fuer “Wohlstand” sondern fuer Gier und Umverteilung NACH OBEN ist: nur SuperReiche koennen Geld dorthin transferieren,
und genau diese Gruppe ist 2009-2012 in der “Krise” reicher geworden,
waehrend alle Anderen verloren haben oder gar verelendet sind)

(Luxemburg und Liechtenstein — groesste BIPs der Welt — haben um ca. 50% (!) verfaelschte Werte, weil die Haelfte aller Beschaeftigten Grenzgaenger sind und deshalb nicht gezaehlt werden; im Verhaeltnis BIP/BNE kuerzt sich dieser Faktor 2 aber wieder heraus)
Die AbgabenQuoten (Tabelle der WKO, pdf, Vorhersage bis 2013) und ihre Aufschluesselung (bis 2006) zb fuer Oesterreich entstammen nicht demselben Zeitraum, die Zusammensetzung hat sich aber seither nicht wesentlich geaendert:
Steuern auf Einkommen, Kapital und Gewinne betragen idR (OECD) 12% bis 13% — Ausnahme DE: 9,8% — des BIP (?)
(wobei neben direkten und indirekten Steuern ein entsprechender Anteil — idR ebenfalls 1/3 bis 1/4 der Abgabenquote — SozialAbgaben sind)
In den USA (knapp 40%) und Japan werden vergleichsweise mehr direkte Steuern eingetrieben als in der EU
— d.h. direkte Steuern USA: 40% von 25% Abgabenquote = 10% BIP — — d.h. direkte Steuern SuedKorea: 15% BIP (?)(pdf)
— d.h. direkte Steuern Japan: 8,7% BIP (2008) (?)(pdf)

(die Zahl 8,7 % fuer Japan ist allerdings nicht sehr glaubwuerdig, weil die WKO nur einen einzelnen Wert fuer 2009 angibt und weil die BerechnungsKriterien — meist sehr divergent — nicht angegeben sind)

Verwendete Abkuerzungen:
BNE … BruttoNationalEinkommen (Summe der Einkommen die LSt/ESt/KESt zahlen)
BIP … BruttoInlandsProdukt (Summe der Produktion, fuer die Abgaben gezahlt wird)
— d.h. “Einsparen” von “Sozial”Transfers” zerstoert ebenso wie Krieg oder Krise, —
— deren “rechnerische” Vorteile nur kurzfristig aber nicht stabil sind —
(Suchbegriffe zb “BNE” bzw. “BIP” und “wikipedia”)
FT% … Flat Tax an steuerpflichtigem Einkommen
ESt … EinkommenSteuer
LSt … LohnSteuer
KESt … KapitalErtragSteuer
BGE% … BGE Anteil am BIP

(dass JEDES Einkommen die gleiche faire Steuer — zb 50% — zahlen sollte,
— Argument: 50% “fuer mich” und 50% “fuer die Anderen, die mir das erlauben”! —
ABER eben ein anstaendiges MINIMUM an Einkommen jedenfalls existieren sollte,
— Argument: nicht jede(r) kann mit eigener Ernte rechnen oder Essen schiessen! —

sollte zwar Grundlage jeder SOZIALPOLITIK sein,
— eine Flat Tax hat erst durch ein BGE eine soziale Komponente! —
ist aber nicht mathematische Grundlage dieser Berechnung;
und
solches BGE ist auch in Gesellschaften ohne faire Sozialpolitik und ohne fairen Umgang miteinander ohne “wirtschaftliche” Turbulenzen problemlos moeglich und bietet ein Minimum an demokratischer Partizipation “in Geld”, und ein Minimum an sozialer Sicherheit;
Argumente der Milliardaere — des Stils “wer soll das zahlen” — beantwortet diese Berechnung)

5b) fuer eine gesamte VolksWirtschaft lautet die Formel:

Gleichung
(2) *** FT% * SummeEinkommen (minus) BGE% * BIP = Summe ESt
(wobei SummeEinkommen = SUMME der Einkommen der Volkswirtschaft = GesamtSumme dessen, was im betreffenden Jahr “alle zusammen verdient” haben)
bzw. umgeformt
(2a) *** FT% * SummeEinkommen = Summe ESt + BGE% * BIP
(wobei Summe ESt als Anteil des BIP ausgedrueckt werden kann)

d.h. zb fuer Oesterreich, EU und Vergleichbare gilt
((FT% * SummeEinkommen) (minus) (BGE% * BIP)) = 0,12 BIP
bzw. fuer USA, Japan, SuedKorea und Vergleichbare gilt
((…)) = 0,102 BIP

bzw. umgeformt:
Gleichung
(3) *** FT% * SummeEinkommen = (0,12 + BGE%) * BIP

sodass sich die zugehoerige Flat Tax
bei einem Verhaeltnis BNE/BIP = 1,0 und
bei BGE = BIP/3 (Auszahlung) und BGE = BIP/10 (Kosten)
mit

Gleichung
(4) *** FT% = (0,12 + BGE%) * (BIP / SummeEinkommen)
bzw. FT% = (0,12 + BGE%) * (BIP/BNE) errechnet

(diese Gleichung hat die Dimension “Geld/Geld” bzw. — x100 — “Prozent”)
(dieser Flat Tax SteuerBetrag gilt NUR in Verbindung mit einem Fixbetrag, der bei NiedrigLohn und “Arbeits”losigkeit” als NegativSteuer BGE ausgezahlt wird
und beschreibt jene Flat Tax, die nicht UNTERSCHRITTEN werden darf, wenn das BGE aufkommensneutral — also ohne BUDGETbelastung — angewendet werden soll)

(Abweichungen BIP/BNE: Schweiz BIP/BNE = 1,3 oder San Marino BIP/BNE 0,85 erklaeren sich durch abweichende ExportStrukturen)

ZahlenBeispiel Oesterreich:
auf Basis 2010 — mit BIP = ca.240mrd = 30.000,-/Person — betraegt das BGE in Oesterreich (bzw. in Staaten mit vergleichbarem BIP und vergleichbarer Abgabenquote) ca. 1000,-/mon./Person BGE
und das kostet mit geeignetem AuszahlungsMechanismus (?) als BGE OHNE Bedingungen ca. 24mrd/Jahr = 300,-/mon./Person)

(dass dabei auch Reiche das BGE am Bankomat holen koennen, wenn sie sich dort anstellen wollen und nicht dafuer genieren, ist nicht sozial ungerecht,
weil
50% Steuer minus 1000,- immer noch mehr Steuer ist als 50% Steuer ohne BGE aber mit 30% Abschreibungen und sonstigen Tricks:
wer 100.000,- im Monat “verdient”, zahlt dann 49.000,-/mon. ESt gegenueber oft nur 20.000,- jetzt; wer 1mio/mon. “verdient”, zahlt dann 499.000,- statt oft nur 200.000,- jetzt, etc.)

***

6. Das Ganze funktioniert weltweit: weil BNE/BIP korreliert

(die folgenden Zahlenwerte sind der Tabelle BIP/Person entnommen)
in USA/EU finanziert sich dieses BGE ab einer Flat Tax von 20% bis 22% von selber
— weil FT% = (12+10) * 1 = 22% Flat Tax (zb AT, EU) —
— bzw. FT% = (10,2+10) * 1 = 20,2% Flat Tax (zb USA) —
(USA: 37,7% direkte Steuern von 27% Abgabenquote = 10,2% vom BIP)
(die Aufschluesselung der Tabelle BruttoInlandsProdukt BIP (X) zeigt, dass das BGE innerhalb der EU bei 22% FlatTax dann von 1240,- (NL) bis 430,- (Lettland) betraegt; bei freier Migration innerhalb der EU
— wenn also nicht wieder Leute wie Sarkozy, Merkel, LePen & Co mit ihren GrenzSchliessungen das Sagen haben —
ist ein Angleichung zu erwarten, wie sich ja auch der ehemalige Ostblock seit 10 Jahren konstant dem EU-Durchschnitt naehert;
solange nicht Geld in ESM/EFSF und “Krisen”Rettungs”Pakete” verschleudert wird,
— was ja nicht (“unsere”?) Rettung sondern GeldZusammenbruch beabsichtigt —
— um statt Freiheit eine “politische”Union” (Hyperstaat) zu erzwingen —
— denn was zusammenbricht ist “besser” in (politische) “Union” zu draengen —
— kein Crash von Banken gefaehrdet “Staat” oder “Wirtschaft” oder Waehrung (!!!) —
— diese Maerchen gehoeren ins Reich der Politiker- und “Wirtschafts”Luegen —
wird diese Entwicklung weitergehen; linear interpoliert, werden sich Einkommen in “armen” EU-Mitgliedstaaten in ca. 10 Jahren dem EU-Durchschnitt angleichen, weil sie sich schon in den vergangenen 10 Jahren verdoppelt haben;
durch BGE laesst sich diese Entwicklung wesentlich beschleunigen, weil BASISKONSUM gesichert und stabil wird
Und eine FlatTax von 50% (ESt) — mit BGE wie berechnet– ermoeglicht zusaetzlichen Abbau der StaatsSchulden, wie sie vom “Stabilitaets”Pakt” verlangt wird, und zwar
* AT, EU: 50-22 = 28% (des EStAufkommens) bzw.
* USA: 50-20,2 = 29,8% (des EStAufkommens) )

und in Suedkorea finanziert sich diesess BGE ab einer Flat Tax von 28,5 % von selber
— weil FT% = (15+10) * 1,14 = 28,5 %
(das BGE betraegt nach dieser Berechnung in Suedkorea dann 633,- weil 22778,-(BIPpc)/3 / 12 = 632,72/mon./Person;
auch hier: bei einer FlatTax 50% (ESt) kann die Differenz 50-28,5 = 21,5% zum SchuldenAbbau und fuer Sozialprojekte verwendet werden
in Russland mit aehnlichem BIP/BNE wie Suedkorea betraegt das BGE nach dieser Berechnung — d.h. mit kaum Aenderung des BIP/GDP/PIB — ca. 361,- weil das BIP nur 12.993,- betraegt, womit auch Russland 21,5% fuer Schuldenabbau und Sozialprojekte bleiben) …

(das BGE ist in diesen beiden Faellen WEGEN DES GERINGEREN BIP/GDP/PIB geringer, was zugleich einen Rueckschluss auf zb Europa und Nordamerika erlaubt:
1. einerseits garantiert das am BIP orientierte BGE — immer noch als Grundeinkommen OHNE Bedingungen — die Entlastung der Unternehmen bei fallendem BIP/GDP/PIB,
2. wird Marktwirschaft mit wesentlich reduzierter GELDWIRTSCHAFT aber stark verbesserter BasisVersorgung unveraendert garantiert, und
3. muesste das BIP/GDP/PIB zuerst auf 1/3 des heutigen Wertes fallen, bevor das BGE “wertlos” wird, d.h. gerade in Krisen ist es gegenueber jedem Amateur”Rettungs”Schirm” heutiger PolitBonzen konkurrenzlos ueberlegen
, weil immer dort der Wohlstand — und zwar fuer ALLE — waechst, wo Menschen mehr Wert und Unternehmen mehr wertvolle wenn auch teurere MitarbeiterInnen haben)

und in Japan finanziert sich dieses BGE ab einer Flat Tax von 16,5 % von selber
— weil FT% = (8,7+10) * 0,88 = 16,5 %
(das BGE betraegt nach dieser Berechnung in Japan dann 1275,- weil das BIP 45.920,- betraegt)
Falls 8,7% direkte Steuern korrekt sein sollten, hat Japan — im Fall von BGE=BIP/3 und 50% FlatTax — damit noch wesentlich mehr Potential zum Schuldenabbau als Suedkorea, naemlich 50-16,5 = 33,5%
(diese Gleichungen gelten nur bei Kombination FlatTax mit BGE;
diese Gleichungen haben die Dimension “Prozent”)

(diese Rechnung gilt in 2 Faellen nur bedingt: in Luxemburg gilt das BIP allgemein um 50% verfaelscht, weil es zu 50& von PendlerInnen — also nicht LuxemburgerInnen — erarbeitet wird ABER das BIP nur durch Anzahl der Einwohner dividiert wird,
— das Konzept BIP geht aber davon aus, dass StaatsEinwohner “ihr” BIP produzieren —
und in Irland entsteht das hohe BIP durch die Nutzung Irlands als “Import”Tor” vieler US-Konzerne in die EU und hat ebenso nicht viel mit einem “Produkt” der IrlaenderInnen zu tun)

***

Noch einfacher funktioniert das in exportSCHWACHEN Staaten, weil das Verhaeltnis BIP/BNE dann noch kleiner als 1,0 ist. Venezuela und Cuba muessten sich also noch leichter tun, weil die FlatTax fuer gleich hohes BGE niedriger sein kann.
— auch diese Rechnung gilt ohne weitere Ueberlegungen zur SozialPolitik —
(das BGE ist aber dort vermutlich trotzdem nicht sehr hoch, weil das BIP kleiner ist; aber immerhin die Struktur des sozialen Umgangs miteinander verbessert sich)

Generell wachsen aber BIP und BNE wesentlich mehr, wenn der WERT des MENSCHEN hoeher angesetzt wird, (zb mit dem MINIMUM eines BGE)
— und nicht, wenn das BIP mit “Einsparungen” hinzutrimmen versu cht wird —
auch wenn das zuerst einmal paradox scheinen mag
— verbreitetes (falsches) Argument: “mit BGE arbeitet keiner mehr” —
sonst haetten sich freie Gesellschaften nicht immer wieder gegen den Totalismus behauptet wie zuletzt gegen die SowjetUnion in Russland oder gar gegen die Uebermacht eines Dritten Reichs in Europa und wir wuerden alle staendig Schlange stehen, um Alltagsbedarf einzukaufen.

Ein gutes Anzeichen fuer die Unsinnigkeit solcher falschen Argumente ist ihre Irrationalitaet:
in Umfragen kuendigt ca. die Haelfte der Befragten an, auch bei einem BGE weiterhin “arbeiten” zu wollen, waehrend dieselben Befragen zu 80% (!!!!!!!) meint, dass “niemand mehr arbeiten wollen wird” …
(das ist aber eher ein Anzeichen dafuer, wie schlecht “unser” Umgang miteinander — und “unsere” Meinung von “den Anderen” — wirklich ist, als dass es mit realen Aussichten zu tun haette)

***

7. Demokratie am Arbeitsplatz: besser “Arbeits”Platz” einschraenken …
(und mit BGE die freie Wahl verbessern, OB und WO Menschen fuer Lohn oder als UnternehmerInnen “arbeiten” wollen)

Demokratie heisst auch, dass MENSCHEN als wertvoller “gehandhabt” werden (und damit auch teurer sind) als im Totalismus und dessen Gulag, in “Arbeits”Lagern und mit Zwangsarbeit und Arbeitszwang …
(muss ja auch so sein, denn wenn Demokratie auf Deutsch uebersetzt wird = “das Volk herrscht”
dann besteht das “Volk” eben aus lauter HerrscherInnen)

Partielle Demokratie innerhalb von HerrscherGruppen (d.h. innerhalb von OLIGARCHIE = GruppenHerrschaft) funktionierte in der Geschichte immer wieder, etwa im Adel der Koenige und Kaiser, oder manchmal im OffiziersKorps von Armeen.
Heute sind Parlamente ein Beispiel fuer partielle Demokratie: die Einigkeit aller SteuerGeldKassiererInnen beachtet zwar (manchmal) GEWALTENtrennung, ohne “Abstimmung” und “Begutachtung” von GesetzesVorlagen
— bis sich eben die Gruppe der SteuerGeldKassiererInnen einig ist —
geht aber gar nichts.

Deshalb sind auch VolksAbstimmungen bei PolitikerInnen so gefuerchtet: da koennte ja jede(r) mitreden und mitentscheiden wollen …

***

Randbedingungen fuer das BGE, wie oben berechnet:

(R1)Alles gilt (sogar auch noch) unter der Annahme, dass KEINE momentanen Geld- und Steuerfluesse umgeschichtet werden (d.h. es funktioniert ohne Verteuerungen aber mit der Chance, reich zu werden)

(R2) Die soziale Situation ist deshalb noch nicht behoben sondern ein politisches Anliegen (und ein Anliegen der — eben auch sozialen — Gerechtigkeit(en) im Umgang miteinander)
Diese Seite zeigt nur dass das BGE auch OHNE SystemTurbulenz funktioniert, und dass das Jede(r) leicht nachrechnen kann.

(R3) Rechenbeispiel: Einkommen/Monat mit Beispielen
(Anm.: (X) die Sozialversicherung wird wie gehabt abgezogen, sollte aber keine “Hoechst”Bemessungs”Grundlage” haben — die noch unsozialer ist als eine FlatTax —
sondern ihrerseits linear minus Fixbetrag eingehoben werden)

EinkommensTabelle, rechne es selber durch: gewinnst Du oder verlierst Du?
heutige SteuerPolygone (?) mit AbschreibeTricks sind unlogisch und ungerecht, denn …

brutto_jetzt netto_jetzt minus 50% FlatTax waere netto UNSOZIAL plus_BGE, erst jetzt zahlen Kleine nicht mehr drauf = netto_NEU
************
1200,- 1200,- (X) 600,- 1000,- * 1600,- *
(d.h. +400,-)
2000,- 1650,- (X) 1000.- 1000,- * 2000,- *
(d.h. +350,-)
4000,- 2700,- (X) 2000,- 1000,- * 3000,- *
(d.h. +300,-)
0,- (arbeitslos) 0,- (720,- min.Sich.) 0,- 1000,- 1000,-
5000,- 3500,- 2500,- 1000,- 3500,-
(d.h. +/- 0,-
10.000,- oft 8.000,- (X) mit
Steuertricks
5.000,- 1.000,- 6.000,-
(d.h. -2.000,-)
1.000.000,- oft 800.000,- (X) mit
Steuertricks
500.000,- 1.000,- 501.000,-
(d.h. -299.000,-)

(diese Tabelle enthaelt denselben Inhalt wie bisher, wurde 2012 aber um den Vergleich einfacher zu machen, uebersichtlicher und detaillierter gestaltet)
… ein einfaches und ehrliches Steuersystem darf keine komplizierten AbschreibungsTricks erlauben, wenn sie
a) nicht im Interesse der “normalen” WaehlerInnen sind, und vor allem
b) zu noch mehr Kaputtwirtschaften der Welt fuehren: je “fleissiger” wir “hard”working” die Welt ruinieren, umso rascher sind Ressourcen und Lebensraum fuer unsere Kinder und Enkel kaputt) …

(Variante: Ueberweisung des BGE linear fallend, zb 100% (bei 0,-) bis 0& (bei 2xBIP = 5000,-), darueber Abholung am Bankomat,
d.h. 4400,- brutto steigt mit +/- 0,- aus, darueber ist mehr Steuer zu zahlen,
wenn das BGE nicht am Bankomat abgeholt wird, zb 20,- alle 16 Std.)

(Milliardaere werden empfindlich weniger haben, d.h. Stronach & Flick moegen es nicht;
aber auch wenn diese paar Milliardaere mit den massiven Budgets von blau/schwarz/orange Propaganda & Wahlwerbung um sich werfen, werden doch wohl
80% Betroffene ihren Vorteil durch BGE sehen ???
denn: 10% Arbeitslose und 20% die sich im Job nicht (mehr) wohlfuehlen, sind sofort froh ueber ein BGE; und fuer weitere 50% der Leute wird es zunehmend schwieriger, im gutbezahlten Job zu bleiben; und es ist ein gutes Gefuehl, sich nicht um Bedingungen des AMS kuemmern zu muessen sondern sich in Ruhe ueberlegen zu koennen, wie es weitergeht, wenn der Job doch einmal weg sein sollte …)

d.h. fuer 80% der WaehlerInnen ist ein BGE unmittelbar von Nutzen, als Vorsorge oder weil sie es sogar momentan dringend brauchen.
und:
BGE stabilisiert die BasisVersorgung (Nahrung, Kleidung, Wohnen), damit die BankenKrise nicht zur MassenKrise wird …

(R4) Im Fall starker Divergenzen des BIP ist ein BGE noch wichtiger und kann entweder als gleiches BGE (mit hoeherer Steuer) oder als gleiches BIP/3 (d.h. niedrigerer Betrag des BGE) angewandt werden:
Freihandel hat erst Berechtigung, — siehe Eric Maskin & Paul Krugman
wenn ALLE am Markt teilnehmen (und nicht 10% “Arbeits”Lose” ausgeschlossen sind).

(R5) Und: es funktioniert weltweit, wenn “wir” das wollen.
Ein bedingungsloses GrundEinkommen BGE (Exstenzgeld, GrundEinkommen OHNE Bedingungen) bedeutet noch nicht “vollstaendige” (monetaere) Demokratie, sondern ist ein Aspekt monetaerer Demokratie.

Dieter Blasl
004368 120 748 113

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7 Responses to .

  1. Anonymous says:

    bedingungsloses Grundeinkommen BGE, durchgerechnet anhand des BIP/PIB/GDP
    (vorweg: es ist turbulenzfrei weltweit möglich, sogar bei freier (!) Migration …)
    mit Kombinationen 1000,- BGE / 20-30% FlatTax — die ohne BGE extrem unsozial wäre —
    und mit Rechenbeispielen für G7 / OECD top 50
    *** quod erat demonstrandum ***

    (Zusatzrechnung: fuer Russland mit einer Abgabenquote von 2005 17% und 2010 13% betraegt das BGE als BIP/3 = 361,- und das ist finanzierbar mit einer FlatTax von (13+10)*1,20 = 27,6%
    – wie ueberall sonst auch NUR in Verbindung FlatTax mit BGE —
    weil 2006 BIP/BNE = 1,202 nach den angegebenen Tabellen X und XX und XXX in der Seite https://existenzgeld2.wordpress.com und weil BIP und BNE etwa gleich stark gewachsen sind: 2010 liegt etwa das BNE Russlands bei 7000,- aber auch das BIP ist 2006-2010 um ca. 20% gewachsen)

    (noch eine Zusatzrechnung: fuer Russland kostet ein BGE 1000,- ca. BIP/3 – weil das BGE in der Höhe des BIP liegt — und die FlatTax zur Finanzierung dieses BGE betraegt dann (33+10)*1,20 = 51,6% d.h. dass hier keine Reserven zur Schuldentilgung enthalten sind; wegen der Rohstoffsituation ist Russland aber auch nicht in einer Währungskrise oder Liquiditätskrise und daher auch n0icht kurzfristig auf Schuldentilgung angewiesen)

  2. Anonymous says:

    vor allem dient BGE nicht nur der (ohnehin nur Basis)Versorgung und ihrer Stabilisierung, und der Krisensicherheit der Wirtschaft, und der Stabilisierung von Demokratie, SONDERN es ist einfach ein Ausdruck besseren Umgangs miteinander, wenn auch wirklich Alle als KonsumentInnen an “Markt” teilnehmen koennen, statt als Bittsteller herumgetreten zu werden. Und zwar des Umgangs miteinander auf einem Niveau, das tatsaechlich dem zeitgemaessen Lebensstandard und der Lebensqualitaet heutiger Gesellschaft entspricht.

  3. BIP:
    aktuelle Zahlen 2013: BankBilanzsummen / BIP (in Milliarden Euro)

    (Quelle: DIW Berlin 2013, Eurostat)
    Deutschland 2164,0 (Dt.Bank) / 2643,9
    Frankreich 1965,0 (BNP Paribas) / 2033,6
    Grossbritannien 1968,0 (HSBC) / 1541,5
    — aha deswegen die Millionen Kameras und die Repression: Bank > Staat —
    Italien 920,0 (Unicredit) / 1565,9
    Oesterreich 210,0 (ERSTE) & 150,0 (Raiffeisen) / 309,9
    Spanien 1252,0 (Santander) / 1049,5

  4. Dieter says:
    Anregung: Arbeiten und Modell zum Thema Medianlohn (zb Princeton Univ.) ins Thema Kennzahlen — BIP ist ja wirklich der letzte Schmarrn und dient nur dem goldenen Geldkalb — denn EinkommensVerteilungen (Durchschnitte) und MedianEinkommen(sVerteilungen) bieten jedes fuer sich und besonders in ihrem Vergleich schon einen viel besseren Ausblick als die momentanen Statistikreligionen: Backup: dies ist die HTML Version der Datei (des pdf) http://www.equalpayday.ch/fileadmin/user_upload/Lohnanalyse_nach_Geschlecht_2008_Schlussbericht.pdf Zitat: Dies ist die HTML-Version der Datei http://www.equalpayday.ch/fileadmin/user_upload/Lohnanalyse_nach_Geschlecht_2008_Schlussbericht.pdf. G o o g l e erzeugt beim Web-Durchgang automatische HTML-Versionen von Dokumenten. Page 1 BÜRO FÜR ARBEITS- UND SOZIALPOLITISCHE STUDIEN BASS AGKONSUMSTRASSE 20 . CH-3007 BERN . TEL +41 (0)31 380 60 80 . FAX +41 (0)31 398 33 63INFO@BUEROBASS.CH . http://WWW.BUEROBASS.CH Analyse der Löhne von Frauen und Männern anhand derLohnstrukturerhebung 2008 Aktuelle Entwicklungen in der Privatwirtschaft und Situation im öffentlichen Sektor des BundesSchlussberichtIm Auftrag von:Bundesamt für Statistik (Sektion Löhne und Arbeitsbedingungen), Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und MannSilvia Strub und Désirée StockerBern, 30. September 2010………………………………. Auskunft:Regula Schmid, Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann,Bereich Erwerbsleben, Tel.: +41 31 325 13 34E-Mail: Regula.Schmid@ebg.admin.chBundesamt für Statistik, Sektion Löhne und Arbeitsbedingungen, Tel.: +41 32 713 64 29E-Mail: lohn@bfs.admin.ch Page 2 I Page 3 I Das Wichtigste auf einen Blick Das Bundesamt für Statistik BFS und das Eidge-nössische Büro für die Gleichstellung von Frauund Mann EBG hatten im Juni 2004 die Arbeits-gemeinschaft Büro für arbeits- und sozialpoliti-sche Studien BASS und Universität Bern beauf-tragt, eine vergleichende Analyse der Löhne vonFrauen und Männern anhand der Lohnstruktur-erhebungen (LSE) 1998, 2000 und 2002 imRahmen der Evaluation der Wirksamkeit desGleichstellungsgesetzes durchzuführen. Dervorliegende Bericht stellt die dritte Aktualisie-rung der Ergebnisse des BASS-Teils dar. Diesebasiert auf den Daten der LSE 2008. Die vergleichende statistische Analyse der Löhnevon Frauen und Männern aus der Privatwirt-schaft und dem öffentlichen Sektor des Bundeszeigt auf, wie sich die Beschäftigten in ihrerStruktur (in persönlichen, stellenbezogenen undunternehmensspezifischen Merkmalen) unter-scheiden, welche Lohnunterschiede im Jahr2008 zwischen den Geschlechtern bestandenhaben, wie diese zu erklären sind und wie sichdie Lohnsituation zwischen Frauen und Männernim zeitlichen Ablauf seit 1998 entwickelt hat.Bundesverfassung und das Gleichstellungsgesetzfordern Lohngleichheit. Nicht jede Lohndifferenzist jedoch eine Lohndiskriminierung. Grob gesagtlassen sich die beiden Grössen wie folgt definie-ren:∎ Beim Lohnunterschied (Lohndifferenz) zwi-schen den Geschlechtern wird in der Regel an-gegeben, wie viel Frauen weniger verdienen alsMänner (in Prozent).∎ Die Lohndiskriminierung ist der nicht durchobjektive Faktoren erklärbare und somit diskri-minierende Teil der Lohndifferenz. Die Lohndis-kriminierung gibt an, wie viel Frauen bei sonstim Durchschnitt gleichwertigen Voraussetzungenweniger verdienen als Männer. Es gibt nicht nur eine „richtige“ Art der Mes-sung des Lohnunterschiedes, sondern verschie-dene Masse. Nachfolgend geben wir die wich-tigsten Ergebnisse der vorliegenden Analysenwieder. Die Werte und deren Aussagen unter-scheiden sich jeweils leicht.Lohnunterschiede 2008, gestützt aufDurchschnittslöhne und MedianlöhneDer Lohnunterschied (international: „Gender paygap“) ist ein wichtiger Indikator für die Realisie-rung der Gleichstellung. Der Lohnunterschiedspiegelt die ungleichen Bildungschancen undErwerbskarrieren von Frauen und Männern undgibt Hinweise darauf, ob Frauen auch in verant-wortungsvollen und damit gutbezahlten Tätig-keiten vertreten sind oder ob Frauen vor allem inBranchen bzw. Berufen tätig sind, in welchentiefere Löhne bezahlt werden. In dieser Differenzkann auch ein diskriminierender Anteil stecken. A) Privatwirtschaft Die Angaben für die beschäftigten Frauen undMänner in der Privatwirtschaft beziehen sich auf(hochgerechnet) knapp 2.8 Millionen Beschäftig-te in der Schweiz. Der Frauenanteil beträgt 43.5Prozent. ■ Der auf Vollzeit standardisierte Bruttolohnbeträgt durchschnittlich bei Frauen 5’634 Fr undbei Männern 7’516 Fr im Monat. Der Lohnunter-schied gemessen an der Differenz in den Durch-schnittslöhnen beträgt 25 Prozent zu Ungunstender Frauen. Frauen verdienten also 2008 imDurchschnitt 25 Prozent weniger als Männer■ Wird der Medianlohn berechnet, also die An-gabe, wie viel 50 Prozent der Beschäftigten ver-dienen, ergibt sich für Männer ein Lohn von6’179 Fr und für Frauen ein Lohn von 4’954 Fr.Der Medianlohn ist weniger anfällig für Ausreis-ser wie beispielsweise hohe Kaderlöhne, weshalbdie Unterschiede zwischen den Geschlechternweniger gross sind. Die Medianlohndifferenzbeträgt gemäss der vorliegenden Untersuchung19.8 Prozent zu Ungunsten der Frauen. B) Öffentlicher Sektor des Bundes Der öffentliche Sektor des Bundes umfasst nebstder Bundesverwaltung auch die Bundesbetriebe.Die hier untersuchte Population umfasst rund102’000 Beschäftigte. Der Frauenanteil beträgt33.5%.■ Die Durchschnittslöhne sind in den Bundes-institutionen höher als in der Privatwirtschaft,vor allem bei den Frauen. Frauen verdienen imöffentlichen Sektor des Bundes im Durchschnitt16.5 Prozent weniger als die Männer. ■ Die Medianlohndifferenz ist ebenfalls kleiner:Die Hälfte der Frauen verdient 15.5 Prozentweniger als ihre Kollegen.Berechnung des Lohnunterschieds als Basisfür die Berechnung der LohndiskriminierungUm ausgehend vom Lohnunterschied den Dis-kriminierungsanteil eruieren zu können, sindkomplexere ökonomisch-statistische Analysennotwendig. Die zur Berechnung der Lohndiskri-minierung verwendete Methode der Oaxaca-Zerlegung beruht auf einer Durchschnittslohn-Betrachtung und auf logarithmierten Löhnen.Die Lohndifferenzen, welche die Basis für die Page 4 IIBerechnung der Lohndiskriminierung bilden, d.h.die Differenz der logarithmierten Mittelwerte,weichen etwas von den oben genannten Diffe-renzen ab:So berechnet, betragen die Lohnunterschiede imJahr 2008 ■ im privaten Sektor 24.1 Prozent und■ im öffentlichen Sektor 17.6 Prozent.Diese Lohndifferenzen lassen sich für die Be-rechnung der Lohndiskriminierung zerlegen ineinen durch objektive Faktoren erklärten Teil undeinen unerklärten Teil (Diskriminierungseffekt).Zerlegung der Lohnunterschiede undLohndiskriminierung 2008A) Privatwirtschaft■ Erklärter Anteil . Insgesamt sind 61.1 Pro-zent der Lohndifferenz im privaten Sektor da-durch zu erklären, dass sich Frauen und Männerin den objektiven Merkmalen, d.h. bezüglichQualifikation, persönliche Merkmale, beruflicheStellung, Anforderungsniveau, Tätigkeitsberei-che, Unternehmensgrösse, Branchenzugehörig-keit, Region und weitere lohnrelevante Merkma-le unterscheiden.■ Unerklärter Anteil (Diskriminierungs-effekt). 38.9 Prozent des durchschnittlichenLohnunterschiedes zwischen Frauen und Män-nern in der Privatwirtschaft können nicht erklärtwerden durch Unterschiede bezüglich Qualifika-tionsmerkmale, Anforderungen, hierarchischePosition, Branchenzugehörigkeit und die übrigenMerkmale. Dieser Teil ist auf diskriminierendesVerhalten zurückzuführen.Der Diskriminierungseffekt beträgt im Jahr 2008im privaten Sektor 9.4% (38.9% des gesamtenLohnunterschieds von 24.1%). Das bedeutet: Die Lohndifferenz zwischen Frau-en und Männern wäre um 9.4 Prozent kleiner,wenn die Frauen mit ihrer aktuellen Ausstattunggleich entlöhnt würden wie die Männer.■ Unterschiede nach Branchen. Zwischen denBranchen zeigen sich grosse Unterschiede. Amkleinsten ist die Lohndiskriminierung 2008 inden privaten Institutionen des Gesundheits- undSozialwesens (4.2%), gefolgt vom Gastgewerbe(4.8%), dem Bereich Informatik und Dienstleis-tungen für Unternehmen (6.4%), dem Unter-richtswesen (7.6%) und der chemischen Indu-strie (7.9%). Mit Abstand am grössten ist dieLohndiskriminierung in der Textil- und Leder-Industrie (18.9%). Ebenfalls überdurchschnittlichgross ist die Diskriminierung mit Werten zwi-schen 12 und 17 Prozent in den übrigen Bran-chen des 2. Sektors (mit Ausnahme der Chemie)und im Bereich Banken und Versicherungen(12.2%).Tendenziell ist die Lohndiskriminierung umsogeringer, je höher der Frauenanteil in einer Bran-che ist.■ Regionale Unterschiede. Am geringsten istdas Ausmass der Lohndiskriminierung 2008 inder Genferseeregion mit 7.9 Prozent. Ebenfallsunter dem Landesmittel liegt der Espace Mittel-land mit 8.9 Prozent. In Zürich (der Region mitden grössten Lohnunterschieden) ist die Diskri-minierung mit 9.7 Prozent leicht überdurch-schnittlich. Weiter liegt auch die Zentralschweizmit 9.8 Prozent knapp über dem Landesmittel.Überdurchschnittliche Werte weisen vor allemder Tessin (12.0%), die Ostschweiz (10.8%) unddie Nordwestschweiz (10.6%) auf.B) Öffentlicher Sektor des Bundes■ Die Lohndiskriminierung ist deutlich geringerals im privaten Sektor. Im Jahr 2008 beträgt sieim öffentlichen Sektor des Bundes 3.5 Prozent(19.7% der Lohndifferenz von 17.6%).Entwicklung der Lohnunterschiede undLohndiskriminierung 1998 bis 2008Während sich sowohl die Lohnunterschiede wieauch die diskriminierenden Anteile in der Privat-wirtschaft zwischen 1998 und 2006 tendenziellleicht verringert haben, scheint sich diese Ent-wicklung 2008 nicht fort zu setzen.■ Die Lohnunterschiede haben sich vergrössert. ■ Der Anteil des diskriminierenden Lohnunter-schiedes ist erstmals seit 8 Jahren gestiegen,sowohl anteilsmässig (im Verhältnis zur Lohndif-ferenz) wie auch absolut. Der Anteil liegt höherals 2006, tiefer als in den Jahren 1998 bis 2004. 10.6%11.2%10.5%9.5%9.1%9.4%15.2%14.0%14.5%14.5%14.6%14.7%0%5%10%15%20%25%30% 199820002002200420062008Zerlegung der Lohnunterschiede, privater Sektor, 1998-2008 Anteil erklärtdurchobjektiveFaktorenUnerklärterAnteil(Diskriminie-rungseffekt) Page 5 (Anm.) INHALTSVERZEICHNIS: III Inhaltsverzeichnis Das Wichtigste auf einen BlickI InhaltsverzeichnisIII 1 Ausgangslage und Fragestellung1 2 Vorgehen, Datengrundlage, methodische Vorbemerkungen3 2.1 Vorgehen und Strukturierung des Berichts3 2.2 Datengrundlage Lohnstrukturerhebung3 2.3 Lohnunterschiede: Was wird gemessen?5 3 Ursachen von Lohndifferenzen, Lohndiskriminierung im engeren Sinne undBeschäftigungsdiskriminierung7 4 Integration der Frauen und Männer in den Schweizer Unternehmen und Entlöhnung nachverschiedenen Merkmalen13 4.1 Privater Sektor (2008)14 4.1.1 Durchschnittslöhne und Arbeitspensum sowie allgemeine Merkmale der Entlöhnung 14 4.1.2 Persönliche Qualifikationsmerkmale (Humankapital)20 4.1.3 Weitere persönliche Merkmale24 4.1.4 Arbeitsplatzbezogene Merkmale27 4.1.5 Unternehmensspezifische Merkmale33 4.2 Öffentlicher Sektor des Bundes (2008)39 4.3 Lohnentwicklung von 1998 bis 2008 (privater Sektor)44 4.3.1 Entwicklung Bruttolöhne44 4.3.2 Entwicklung Nettolöhne46 4.3.3 Tieflöhne unter 3’000 Franken47 4.3.4 Löhne unter Koordinationsabzug BV48 5 Analyse der Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern49 5.1 Ergebnisse der Regressionsschätzungen und Zerlegung der Lohnunterschiede im privaten Sektor(2008)50 5.2 Öffentlicher Sektor des Bundes (2008)57 5.3 Entwicklung der Lohnunterschiede und der Lohndiskriminierung im privaten Sektor (1998-2008) 58 5.4 Unterschiede nach Branchen (privater Sektor, 2008)60 5.5 Regionale Unterschiede (privater Sektor, 2008)64 6 Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse66 7 Literaturverzeichnis68 8 Anhang A: Methodisches Vorgehen71 8.1 Fehlende Werte und Erhebungsdesigneffekte71 8.2 Statistische Grundlagen75 8.3 Brancheneinteilung gemäss NOGA79 9 Anhang B: Tabellen80 Page 6 IV Page 7 1 Ausgangslage und Fragestellung 1 1 Ausgangslage und Fragestellung Das Bundesamt für Statistik BFS und das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und MannEBG hatten im Juni 2004 die Arbeitsgemeinschaft Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS undUniversität Bern (Prof. Dr. Michael Gerfin) beauftragt, eine vergleichende Analyse der Löhne von Frauenund Männern anhand der Lohnstrukturerhebungen 1998, 2000 und 2002 im Rahmen der Evaluation derWirksamkeit des Gleichstellungsgesetzes durchzuführen. Die Studie bildete den zweiten Teil einer umfas-senderen Evaluation der Wirksamkeit des Gleichstellungsgesetzes (GlG).1 Eine erste Version des Schlussbe-richts mit den Ergebnissen der Analysen für die Jahre 1998 bis 2002 wurde im Sommer 2005 fertiggestellt(Strub et al. 2005, unveröffentlicht). Dieser diente unter anderem dem Bundesrat als Grundlage für seinenBericht über die Evaluation der Wirksamkeit des Gleichstellungsgesetzes vom 15. Februar 2006. Im Herbst2006 wurde ein Teil der Analysen aktualisiert und mit den Daten der LSE 2004 fortgeschrieben (Strub etal. 2006). Im Frühjahr 2008 erfolgte eine erneute Aktualisierung des Berichts mit den Daten der LSE 2006(Aktualisierung Kapitel 4 und 5 mit allen Unterkapiteln; vgl. Strub et al. 2008).Im Februar 2010 haben das BFS und das EBG das BASS angefragt, die Kennzahlen und Grafiken der Kapi-tel 4 und 5 aus Strub et al. (2008) anhand der Daten der LSE 2008 zu berechnen und die Ergebnisse ineinem neuen, separaten Bericht zu dokumentieren. Das methodische Vorgehen bleibt unverändert. DieUntersuchung umfasst wie in den Vorjahren die Privatwirtschaft und den öffentlichen Sektor des Bundes.Im aktuellen Bericht nicht mehr enthalten sind die Ergebnisse der Quantilsregressionen anhand der Datender Lohnstrukturerhebung 2002 (bisheriges Kapitel 6, Lohnungleichheit über die gesamte Lohnverteilung,Berichtsteil der Universität Bern), da diese seit der ersten Version nicht mehr aktualisiert wurden. Interes-sierte Leserinnen und Leser finden die Ergebnisse der Quantilszerlegungen von 2002 in Strub et al. 2008sowie in den älteren Berichten dokumentiert.FragestellungDer Auftrag hat gleich wie in der ersten Version der Studie (Strub et al. 2005) folgende Ziele zu erfüllen:Anhand der statistischen Daten soll aufgezeigt werden, wie sich die Lohnsituation zwischen Frauen undMännern im zeitlichen Ablauf entwickelt hat. Die Studie soll eine objektive Basis bilden, um die Lohnun-terschiede zwischen den Geschlechtern korrekt zu identifizieren, zu messen und zu interpretieren.Eine erste Studie zur Untersuchung der Lohnunterschiede von Frauen und Männern anhand der Daten derLohnstrukturerhebung wurde von der Universität Genf mit den Daten der LSE 1994 und 1996 realisiert(vgl. Flückiger/Ramirez 2000 bzw. die Kurzfassung von EBG/BFS). Mit dem Vorliegen der Resultate derLohnstrukturerhebungen 1998 bis 2002 (Strub et al. 2005) wurde eine Aktualisierung im methodischenund im Ergebnisbereich vorgenommen. Die seither realisierten Updates anhand der neueren LSE-Datenbasieren alle auf dem von der Arbeitsgemeinschaft BASS und Universität Bern für Strub et al. (2005) ent-wickelten methodischen Vorgehen.Die Analysen sollen Erkenntnisse darüber liefern, wie sich die Beschäftigten in der Schweiz in ihren Quali-fikationen und persönlichen Merkmalen, bezüglich hierarchischer Position, Anforderungen des Arbeits- 1 Das Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann (GlG) vom 24. März 1995 ist am 1. Juli 1996 in Kraft getreten. ImRahmen einer Bilanzierung des Gleichstellungsgesetzes hat das Bundesamt für Justiz im Herbst 2003 eine erste Ausschreibung fürden rechtlichen Teil herausgegeben. Das Bundesamt für Statistik wurde für den zweiten Teil, den statistischen Teil der Evaluation desGleichstellungsgesetzes, beauftragt. Die Untersuchungen zum rechtlichen Teil der Evaluation der Wirksamkeit des Gleichstellungsgesetzes im Auftrag des Bundesam-tes für Justiz wurden vom Büro BASS gemeinsam mit dem Büro a&o und dem Advokaturbüro Elisabeth Freivogel durchgeführt (Stutzet al. 2005). Page 8 1 Ausgangslage und Fragestellung 2platzes, der ausgeübten Tätigkeit sowie weiteren lohnrelevanten Merkmalen unterscheiden. Die Lohnun-terschiede zwischen Frauen und Männern sind in Abhängigkeit der verschiedenen Merkmale zu identifi-zieren und nach Branchen und Regionen aufzugliedern. Ein weiteres Ziel ist es, mit Hilfe ökonomisch-statistischer Methoden die diskriminierenden Anteile der Lohndifferenzen zu bestimmen. Dabei geht esum die Identifizierung und Messung von Lohnunterschieden, welchea) objektiv gesehen auf die unterschiedliche strukturelle Zusammensetzung der LohnbezügerInnen zu-rückzuführen sind und b) nicht erklärt werden können (Lohndiskriminierung). Es ist ausserdem aufzuzeigen, wie sich die Lohnunterschiede bzw. die Lohndiskriminierung seit der In-kraftsetzung des Gleichstellungsgesetzes 1996 über die Zeit verändert haben. Page 9 2 Vorgehen, Datengrundlage, methodische Vorbemerkungen 3 2 Vorgehen, Datengrundlage, methodische Vorbemerkungen2.1 Vorgehen und Strukturierung des Berichts Im vorliegenden Kapitel 2 beschreiben wir die Datengrundlage und gehen auf einige grundsätzliche Punk-te bezüglich des methodischen Vorgehens ein. In Kapitel 3 gehen wir der Frage nach, wie Diskriminierungen zu Stande kommen. Kapitel 4 zeigt die Integration der Frauen und Männer in den Schweizer Unternehmen im Jahr 2008 an-hand verschiedener Merkmale und deren Entlöhnung. Auch wird die jüngste Lohnentwicklung von 1998bis 2008 anhand mehrerer Kenngrössen aufgezeigt.Die zentrale Fragestellung, auf welche Faktoren die bestehenden Lohnunterschiede zwischen den Ge-schlechtern zurückgeführt werden können und wie gross die diskriminierenden Anteile sind, wird in Kapi-tel 5 anhand der Durchschnittslöhne aufgezeigt. Die Analysen beziehen sich grundsätzlich auf das Jahr2008. Zusätzlich werden die wichtigsten Entwicklungen seit 1998 bzw. im Vergleich zu den Vorjahrenfestgehalten.In Kapitel 6 schliesslich fassen wir die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.Weiterführende Informationen zum methodischen Vorgehen sowie ergänzende Tabellen und Abbildun-gen sind in den Anhangs-Kapiteln enthalten. 2.2 Datengrundlage Lohnstrukturerhebung Die vorliegende Untersuchung basiert auf den Daten der Lohnstrukturerhebung (LSE) 2008. Um Aussagenzur jüngsten Lohnentwicklung machen zu können, werden zusätzlich die Ergebnisse für 1998 – 2006 ausStrub et al. 2008 beigezogen. Die LSE ist eine schriftliche Befragung, die vom Bundesamt für Statistik (BFS) seit 1994 alle zwei Jahre beiden Schweizer Firmen durchgeführt wird. Die LSE bezweckt, die Öffentlichkeit umfassend über das Niveauund die Struktur der Löhne von ArbeitnehmerInnen in der Schweiz zu informieren. Sie ist das wichtigsteInstrument innerhalb des lohnstatistischen Gesamtsystems des Bundesamtes für Statistik2.Die Lohnstrukturerhebung umfasst unselbständige ArbeitnehmerInnen aus Unternehmen aller Grössen-klassen und sämtlicher Branchen des 2. und 3. Sektors (plus Gartenbau, sowie ab 2008 Forstwirtschaft)nach dem Inlandkonzept. Seit 1994 werden die Lohnangaben der Bundesverwaltung und ihrer Betriebe(wie Post, SBB etc.) ebenfalls erhoben. Ab 1998 liegen auch Lohnangaben über die kantonale öffentlicheVerwaltung und deren Betriebe vor und seit 2006 die Löhne in den Gemeinden.Bei den ArbeitnehmerInnen werden Lehrlinge, Praktikanten, Heimarbeiter, durch Temporärfirmen Vermit-telte, ausschliesslich auf Provisionsbasis Entlöhnte, Personen, deren berufliche Aktivitäten grösstenteils imAusland stattfinden etc. nicht berücksichtigt.Die LSE ermöglicht eine Beschreibung der Schweizer Lohnlandschaft auf der Basis repräsentativer Datenfür sämtliche Wirtschaftszweige (ausser der Landwirtschaft). Nebst der umfassenden Erhebung von Lohn-daten werden personen- und arbeitsplatzbezogene Merkmale der Beschäftigten erhoben. 2 Die Lohnstatistiken des BFS umfassen ausserdem die Darstellung der Lohnentwicklung, der Statistik der Gesamtarbeitsverträge(Tariflöhne), der Entwicklung der betriebsüblichen Arbeitszeit sowie Lohninformationen im Rahmen der Schweizerischen Arbeitskräf-teerhebung (SAKE). Vgl. http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/03/04.html Page 10 2 Vorgehen, Datengrundlage, methodische Vorbemerkungen 4In der LSE 2008 sind Daten von 44‘600 privaten und öffentlichen Unternehmen bzw. Verwaltungen mitinsgesamt rund 1.7 Millionen Arbeitnehmenden erfasst. In den Jahren 2000 und 1998 war die Stichprobe deutlich kleiner. Die Lohnstrukturerhebung wurde biszur Erhebung 2000 in der Regel nur auf gesamtschweizerischer Ebene durchgeführt und wies somit keinekantonalen Ergebnisse aus. Die Erhebung 2000 stellte eine erstmalige Ausnahme dar, da zwei Kantone(Genf und Tessin) eine Erhöhung der LSE-Stichprobe für den jeweiligen Kanton veranlasst hatten. Mit derAusweitung der Erhebung auf die Grossregionen konnten für das Jahr 2002 erstmals für die ganzeSchweiz regionale Daten detailliert ausgewertet und publiziert werden. Daneben sind ab dem Jahr 2002von verschiedenen Kantonen zusätzliche Aufstockungen der Stichprobe gewünscht worden.Öffentlicher Sektor des BundesDie in der Lohnstrukturerhebung erfassten Lohn- und MitarbeiterInnendaten des Bundes weisen einigeBesonderheiten auf. Da sich Art und Zahl der erfassten öffentlich-rechtlichen Erhebungseinheiten von Jahrzu Jahr unterscheidet, ist es nicht sinnvoll, Zeitvergleiche für den öffentlichen Sektor durchzuführen.Der Begriff Unternehmen lässt sich im öffentlichen Sektor nicht problemlos anwenden. Die Einheiten, diein der LSE erfasst sind, entsprechen den Stellen, welche die Lohndaten geliefert haben, was nicht einemUnternehmen entsprechen muss. Diese Einheiten können von LSE zu LSE ändern, je nach Organisation derLohnbuchhaltung. Anhand der Daten des Bundes können deshalb keine Zeitvergleiche durchgeführt wer-den. In der vorliegenden Version des Berichts werden nur die Ergebnisse für das Jahr 2008 zwecks Ver-gleich mit der Privatwirtschaft ausgewiesen.Kantonaler und kommunaler öffentlicher SektorSeit 1998 liegen auch Lohnangaben über die kantonale öffentliche Verwaltung und deren Betriebe vor –und seit 2006 die Daten der Gemeinden. Wie in den Vorjahren wurden diese Daten im Rahmen der vor-liegenden Studie nicht ausgewertet. Page 11 2 Vorgehen, Datengrundlage, methodische Vorbemerkungen 5 2.3 Lohnunterschiede: Was wird gemessen? Welche Löhne bzw. Lohndifferenzen werden ausgewiesen? Es gibt nicht nur eine „richtige“ Lohndifferenz, sondern verschiedene Lohnarten und -masse, deren Aus-sagen unterschiedlich sein können. So bezieht sich zum Beispiel die vom Bundesamt für Statistik in denletzten Jahren jeweils ausgewiesene Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern von rund -19 bis -20Prozent auf die Medianlohndifferenz der auf Vollzeit standardisierten Bruttolöhne.3In der vorliegenden Untersuchung gehen wir gleich wie in den Vorjahren (Strub et al. 2005, 2006, 2008)wie folgt vor:GrundgesamtheitEs gibt in der Lohnstrukturerhebung Fälle, bei denen Informationen zu einem oder mehreren Merkmalenfehlen. Problematisch sind fehlende Angaben, wenn sie in sehr grosser Zahl auftreten und insbesonderewenn sie nicht gleichmässig über die gesamte Stichprobe verteilt sind.Damit die Ergebnisse der hier präsentierten Auswertungen einerseits konsistent sind und untereinanderverglichen werden können, und damit wir andererseits möglichst viele Fälle verwenden können und dieStichprobe nicht verzerrt wird, verwenden wir deshalb für alle Auswertungen eine einheitliche Grundge-samtheit (vgl. Abschnitt 8.1 im Anhang). Dass sich die Aussagen jeweils auf die gleiche Basis beziehen, ist besonders wichtig, wenn Vergleiche überdie Zeit oder zwischen verschiedenen Modellen gemacht werden und es darum geht, kleine bzw. kleinsteVeränderungen zu erkennen. Dies ist hier der Fall: Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männernhaben in den letzten Jahren zwar stetig abgenommen. Die Veränderungen geschehen aber in kleinenSchritten.Median oder Mittelwerte?Die „herkömmliche“ Analyse der Lohnunterschiede in Abschnitt 5 mittels OLS-Regressionen beruht aufeiner Durchschnittslohn-Betrachtung. Die im vorliegenden Bericht nicht mehr enthaltene, aber in denVorjahren dokumentierte Untersuchung der Lohnunterschiede in der gesamten Lohnverteilung mittelsQuantilsregressionen hingegen (Kap. 6 in Strub et al. 2005, 2006 und 2008) basierte auf dem Konzeptdes Medians.In den deskriptiven Auswertungen von Abschnitt 4 werden deshalb in einem ersten Schritt sowohl Durch-schnittswerte wie auch Medianwerte ausgewiesen. Für die detaillierte Darstellung der Lohnunterschiedenach verschiedenen Merkmalsgruppen (nach Ausbildung, beruflicher Stellung, Branche, Region etc.) be-schränken wir uns auf die Durchschnittslohnbetrachtung.4 3 Vgl. die Indikatoren zum Thema „Gleichstellung von Frau und Mann – Daten, Indikatoren: Löhne in der Privatwirtschaft“ auf derWebsite des BFS: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/20/05/blank/key/loehne/privatwirtschaft.html sowie aktuelleInformationen des BFS zu Löhnen und Erwerbseinkommen: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/03/04.html 4 Eine eingehende Auswertung der Medianlöhne wird jeweils vom BFS vorgenommen (für das Jahr 2008 vgl. BFS 2009a). Page 12 2 Vorgehen, Datengrundlage, methodische Vorbemerkungen 6Brutto- oder Nettolöhne? Wo nichts anderes erwähnt wird, werden wir in der vorliegenden Untersuchung die auf Vollzeit standardi-sierten Bruttolöhne ausweisen, so wie sie vom BFS definiert wurden.5 Diese Betrachtungsweise entsprichtin etwa einer Stundenlohn-Betrachtung und ermöglicht es, Lohnvergleiche durchzuführen unabhängigvom Beschäftigungsgrad. Je nach Fragestellung macht es aber auch Sinn, die effektiven, nicht auf Vollzeit standardisierten Brutto-oder Nettolöhne auszuweisen. Die nicht standardisierten Nettolöhne zum Beispiel beinhalten im Gegen-satz zu den standardisierten Bruttolöhnen zusätzliche Elemente der Diskriminierung vor dem Markt (insbe-sondere bedingt durch die familiäre Rollenteilung, vgl. Abschnitt 4.1.1). In den Überblickstabellen derdeskriptiven Analysen sowie in der Darstellung der jüngsten Lohnentwicklung werden wir deshalb zusätz-lich zu den standardisierten Bruttolöhnen die Nettolohndifferenzen ausweisen.GewichtungBei der Lohnstrukturerhebung handelt es sich nicht um eine Vollerhebung. Damit unverzerrte Aussagengemacht werden können, müssen die Auswertungen gewichtet werden. In der LSE gibt es dazu eine per-sonen- und eine stellenbezogene Gewichtungsvariable. Wir verwenden in der vorliegenden Untersuchungden personenbezogenen Gewichtungsfaktor „gewicht“ (vgl. Abschnitt 8.1 im Anhang). 5 Lohndefinitionen gemäss BFS (2004a):■ Monatlicher Bruttolohn, standardisiert (Variable „mbls“): Um den Vergleich zwischen Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten zu ermög-lichen, werden die erhobenen Beträge auf standardisierte Monatslöhne umgerechnet, das heisst, auf eine einheitliche Arbeitszeit von4 1/3 Wochen à 40 Stunden.Lohnkomponenten: Bruttolohn im Monat Oktober (inkl. Arbeitnehmerbeiträge an die Sozialversicherung, Naturalleistungen,regelmässig ausbezahlte Prämien-, Umsatz- oder Provisionsanteile), Entschädigung für Schicht-, Nacht- und Sonntagsarbeit, 1/12vom 13. Monatslohn und 1/12 von den jährlichen Sonderzahlungen. Nicht enthalten sind dagegen die Familien- und Kinderzulagen.■ Monatlicher Nettolohn, nicht standardisiert (Variable „mnliu“): Die Nettolöhne zeigen die effektiv ausbezahlten Beträge pro Monatohne Umrechnung auf Vollzeit.Lohnkomponenten: Bruttolohn im Monat Oktober (inkl. Naturalleistungen, regelmässig ausbezahlte Prämien-, Umsatz- oderProvisionsanteile), Entschädigung für Schicht-, Nacht- und Sonntagsarbeit, 1/12 vom 13. Monatslohn und 1/12 von den jährlichenSonderzahlungen, Verdienst aus Überzeit und Überstunden – abzüglich obligatorische und überobligatorische Sozialabgaben. Page 13 3 Ursachen von Lohndifferenzen, Lohndiskriminierung im engeren Sinne und Beschäftigungsdiskriminierung 7 3 Ursachen von Lohndifferenzen, Lohndiskriminierung im engerenSinne und Beschäftigungsdiskriminierung Ungleichstellungen „vor dem Markt“ versus Diskriminierungen „auf dem Markt“Frauen verdienen in der Schweiz im Durchschnitt immer noch 20 bis 25 Prozent6 weniger als Männer mitgleichem Beschäftigungspensum wie die vorliegende Untersuchung zeigt. Welche Faktoren führen zudieser Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern? Neben direkten und indirekten Diskriminierungen existieren auch Gründe für Lohnunterschiede, die nichtunmittelbar durch die ArbeitgeberInnen beeinflusst werden können. Für diese können die Firmen vomGesetz auch nicht verantwortlich gemacht werden. Aus einer ökonomischen Perspektive lassen sich dieUrsachen für Lohnunterschiede auf Ungleichstellungen vor dem Markt und Diskriminierungen auf demMarkt aufteilen (vgl. Abbildung 1). Abbildung 1: Faktoren von Lohnungleichheit bzw. Lohndiskriminierung Darstellung BASS. 6 Je nachdem welche Masszahl verwendet wird, vgl. Abschnitt 4.1.1. Ungleiche LöhneMänner – Frauen zurückzuführen auf Ungleichstellungen”vor dem Markt”Diskriminierung”auf dem Markt” Beschäftigungs-diskriminierungLohndiskriminierungi.e.S. zwischenUnternehmenin gleichemUnternehmenin gleichemUnternehmenzwischenUnternehmen Diskriminierung im Sinnedes GlG (Indikator: ungleicher Lohn beigleichwertigem Humankapital) Page 14 3 Ursachen von Lohndifferenzen, Lohndiskriminierung im engeren Sinne und Beschäftigungsdiskriminierung 8■ Ungleichstellungen vor dem Markt ergeben sich zum Beispiel durch die familiäre Rollenteilung undUnterschiede in der Qualifikation (Ausbildung, berufliche Erfahrung). So weisen Frauen und insbesondereMütter zum Teil weniger Berufserfahrung auf, da viele von ihnen die Erwerbstätigkeit unterbrechen, umsich den Kindern und den familiären Aufgaben zu widmen. Auch sind die erwerbstätigen Frauen in derSchweiz im Durchschnitt immer noch schlechter ausgebildet als die Männer, was sich negativ auf die Ver-dienstmöglichkeiten auswirkt (vgl. Kapitel 4).■ Die in der Bundesverfassung und dem Gleichstellungsgesetz festgeschriebene Lohngleichheit beziehtsich auf die Diskriminierung auf dem Markt. Innerhalb eines Unternehmens muss Frauen und Männernder gleiche Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit bezahlt werden.Diese beiden Bereiche sind stark miteinander verknüpft: Ungleichstellungen vor dem Markt sind für einen Teil der Lohnungleichheit verantwortlich, zugleich wer-den sie ihrerseits aber auch wieder durch die Lohnungleichheit auf dem Markt bestimmt. Ein Abbau vonDiskriminierungen auf dem Markt trägt infolgedessen wiederum zu einem Abbau von Ungleichstellungenvor dem Markt bei. Wenn sich die Lohnschere zwischen den Geschlechtern verringert, kann zum Beispielein Paar die Berufs- und Hausarbeit gleichmässig aufteilen, ohne dass dadurch finanzielle Einbussen inKauf zu nehmen sind. Die Analyse der LSE-Daten ermöglicht es aufzuzeigen, welcher Teil der gesamtwirtschaftlichen Lohnunter-schiede dadurch bedingt ist, dass Frauen weniger qualifiziert sind oder in schlechter entlöhnten Bereichenarbeiten und welcher Teil durch eine ungleiche Entlöhnung bei sonst gleichen Voraussetzungen zu erklä-ren ist und somit als diskriminierend betrachtet werden muss (vgl. Kapitel 5).Lohndiskriminierung im engeren Sinne und BeschäftigungsdiskriminierungDie durch die Bundesverfassung und das Gleichstellungsgesetz geforderte Lohngleichheit bezieht sich aufdie Diskriminierung auf dem Markt. Sie beinhaltet, dass innerhalb eines Unternehmens Frauen und Män-nern der gleiche Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit bezahlt wird. Eine Verletzung des Gebots der Lohngleichheit kann dabei durch Lohndiskriminierung im engeren Sinne,das heisst durch ungleichen Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit zu Stande kommen. Sie kann aberauch die Form von Beschäftigungsdiskriminierung annehmen, das heisst durch ungleiche Anstellungs-chancen bzw. ungleichen Aufstieg bei gleichwertiger Qualifikation, erfolgen. Im letzteren Fall wird zwardas Gleichstellungsgesetz verletzt. Eine Verletzung des Prinzips „gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“liegt aber nicht vor. Aus ökonomischer Perspektive führen sowohl Lohndiskriminierungen im engerenSinne wie auch Beschäftigungsdiskriminierungen dazu, dass die Entlöhnung trotz gleichen (objektiven)Qualifikationen ungleich und somit diskriminierend ist. Dabei gilt es zu beachten, dass offensichtliche, direkte Lohndiskriminierungen heute relativ selten sind. Oftergeben sich Diskriminierungen auf Grund von an sich geschlechtsneutralen Regelungen, die im Ergebnisauf die Frauen diskriminierend wirken können wie zum Beispiel niedrigere Sozialleistungen bzw. be-schränkte Aufstiegsmöglichkeiten bei Teilzeitarbeit oder auch die Benachteiligung von Arbeitnehmenden,die in typischen Frauenberufen tätig sind.7 Dementsprechend geschieht Lohndiskriminierung häufig nichtmit Absicht.8 7 Bezüglich indirekter Lohndiskriminierung vgl. z.B. Steiner in AJP (2001). 8 Interessant ist in diesem Zusammenhang eine minutiöse rechtssoziologische Analyse von Lohngleichheitsklagen in den USA, dieaufzeigt, wie ungerechtfertigte Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern in grösseren Organisationen zu Stande kommen und Page 15 3 Ursachen von Lohndifferenzen, Lohndiskriminierung im engeren Sinne und Beschäftigungsdiskriminierung 9Lohnungleichheit innerhalb von Unternehmen und zwischen UnternehmenWird in der gesamten Wirtschaft bzw. innerhalb einer Branche Lohnungleichheit zwischen Frauen undMännern mit gleichen Qualifikationen beobachtet, kann diese auf Lohnunterschiede innerhalb von Unter-nehmen und/oder zwischen den Firmen zurückgeführt werden (vgl. Abbildung 2).■ Geschlechtsspezifische Lohnungleichheit innerhalb der einzelnen Unternehmen stellt eine Lohndiskrimi-nierung nach dem Gleichstellungsgesetz dar (vgl. Abbildung 1). Frauen verdienen weniger als ihre männli-chen Arbeitskollegen in derselben Firma, trotz gleichwertiger Ausbildung und Erfahrung.■ Lohnungleichheit in der gesamten Wirtschaft bzw. innerhalb einer Branche kann aber auch durch eineungleiche Verteilung von Männern und Frauen auf besser bzw. schlechter entlöhnende Branchen bzw.Unternehmen zu Stande kommen. Dieser Teil der Lohnungleichheit kann (wie die Ungleichstellung „vordem Markt“) durch das Gleichstellungsgesetz nicht angegangen werden.9Voraussetzung für eine Klage auf Lohndiskriminierung nach GlG ist, dass die Ungleichheit innerhalb desgleichen Arbeitgebers besteht. Während somit generelle Unterschiede in den Lohnniveaus zwischen frau-engeprägten Branchen (z.B. Gastgewerbe) und männergeprägten Branchen (z.B. Informatik) nicht mitHilfe des GlG verringert werden können, sind Lohnvergleiche zwischen typischen Frauenberufen undMännerberufen (z.B. Krankenschwestern versus Polizisten) bei gleichem Arbeitgeber (z.B. Kanton XY) undunter der Einhaltung bestimmter Voraussetzungen möglich.Wie gross sind die Anteile der nicht durch objektive Faktoren zu erklärenden Lohndifferenzen zwischenFrauen und Männern, die innerhalb desselben Arbeitgebers auftreten und die somit unter das Gleichstel-lungsgesetz fallen?Entsprechende statistische Analysen für die Baubranche wie für das Druck- und Verlagsgewerbe sowieErfahrungen aus Lohngleichheitskontrollen im Rahmen des öffentlichen Beschaffungswesens oder in Ge-richtsfällen haben gezeigt, dass die Lohndifferenz zu Ungunsten der Frauen vollumfänglich durch ge-schlechtsspezifische Lohnungleichheit innerhalb der Betriebe zu erklären ist und nicht auf Unterschiedebezüglich Frauenanteil und Lohnniveau zwischen den Betrieben zurückzuführen ist. Das bedeutet, dieBeseitigung der geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede kann mit den Mitteln des Gleichstellungs-gesetzes angegangen werden (vgl. Strub 2004, Bauer et al. 2001). weshalb auch die Gerichte bei Lohngleichheitsfällen nicht immer gegen gesellschaftliche Wertungen zu Ungunsten von Frauen gefeitsind (vgl. Nelson/Bridges 1999). Für die Schweiz siehe dazu zum Beispiel Strub/Bauer in AJP (2001). 9 Lohnunterschiede zwischen verschiedenen Arbeitgebern können nicht geahndet werden: Entsprechend dem Prinzip der Ver-tragsfreiheit hat jedes Unternehmen die Wahl, seinen Mitarbeitenden höhere oder niedrigere Löhne zu bezahlen als die Konkurrenz,um zum Beispiel besser qualifizierte Angestellte anzuziehen bzw. um die Lohnkosten niedrig zu halten. Die gewählte Lohnpolitik darfaber nicht dazu führen, dass Frauen in einem Unternehmen systematisch niedriger entlöhnt werden als Männer. Page 16 3 Ursachen von Lohndifferenzen, Lohndiskriminierung im engeren Sinne und Beschäftigungsdiskriminierung 10Abbildung 2: Geschlechtsspezifische Lohnungleichheit innerhalb vonUnternehmen und Lohnungleichheit zwischen Unternehmen (Beispiel) Darstellung BASS. Messung von LohndiskriminierungUm die Ursachen der Lohndifferenzen zwischen Frauen und Männern zu bestimmen, werden in der öko-nomisch-statistischen (ökonometrischen) Analyse Lohngleichungen (Regressionsanalysen) berechnet. Dieseerlauben es, den isolierten Einfluss der verschiedenen Erklärungsfaktoren auf den Lohn zu ermitteln.Derjenige Anteil der Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern, welcher nicht durch Unterschiede inobjektiven Faktoren wie Qualifikation, stellenbezogene und unternehmensspezifische Merkmale zu erklä-ren ist, wird dabei üblicherweise als diskriminierend interpretiert. Die Methode der Regressionsanalysewird in der Ökonomie im Allgemeinen für die Ermittlung der gesamtwirtschaftlichen Lohndiskriminierungverwendet. In der Wirtschaft/Branche wirdLohnungleichheit beobachtetWirtschaft/Branche mit 2 Unternehmen: Firma A bezahlt vergleichsweise tiefe Löhne;Firma B bezahlt vergleichsweise hohe Löhne;Keine Lohnungleichheit innerhalb der Firmen.In Firma A und in Firma B werden Frauenschlechter entlöhnt als Männer(trotz gleichwertiger Qualifikation).Angestellte Männer und Frauen sind im Durchschnittgleich gut qualifiziert (Ausbildung, Erfahrung, usw) Firma A: beschäftigt mehrheitlichFrauen Firma B: beschäftigt mehrheitlichMännerzurückzuführen auf: Lohnungleichheit zwischenden UnternehmenLohnungleichheit innerhalb derUnternehmenDiskriminierung im Sinne des GIG Page 17 3 Ursachen von Lohndifferenzen, Lohndiskriminierung im engeren Sinne und Beschäftigungsdiskriminierung 11Abbildung 3: Zerlegung von Lohnunterschieden nach deren Ursachen Darstellung BASS. Das Verfahren lässt sich unter gewissen Voraussetzungen (genügende Firmengrösse, genügender Frauen-anteil) auch auf die Ermittlung von Lohndiskriminierung in einzelnen Unternehmen anwenden. Das Eidg.Gleichstellungsbüro und die Beschaffungskommission des Bundes wenden dieselbe Methode an zurÜberprüfung der Einhaltung der Lohngleichheit bei Beschaffungen des Bundes (vgl. Strub 2004).Ökonomische Theorien zur Erklärung von Lohn- und BeschäftigungsdiskriminierungIn Anlehnung an Arrow (1973) wird in der ökonomischen Literatur häufig von Diskriminierung gespro-chen, wenn zur Bewertung einer Arbeitskraft Merkmale herangezogen werden, die nicht im Zusammen-hang mit ihrer Produktivität stehen. So werden individuelle, gruppenspezifische und kulturelle Eigenschaf-ten verwendet, um eine Selektion aus den potenziellen KandidatInnen zu machen. Die Quellen der Dis-kriminierung sind unterschiedlicher Natur. Nebst der Marktmacht, wird das persönliche Vorurteil genannt,was dazu führt, dass ArbeitgeberInnen, KollegInnen und KundInnen Distanz zu bestimmten Gruppen vonArbeitskräften suchen. Eine weitere Ursache für das Zurückgreifen der Arbeitgeber auf Gruppenmerkmale zur Beurteilung vonIndividuen ist in der unvollständigen Information zu suchen (Ehrenberg/ Smith 1991). Dies trifft zu, wennbeobachtbare persönliche Merkmale einer Arbeitskraft, die mit der Produktivität korreliert sind, diese nichtperfekt vorhersagen. Da die Produktivität nicht oder nur unter hohen Informationskosten direkt ermitteltwerden kann, versuchen Unternehmen Indikatoren zu finden, die auf die Produktivität der Arbeitskrafthinweisen. Ein wichtiger Indikator sind dabei Bildungsabschlüsse. Neben den Bildungsabschlüssen könnenweitere «kostengünstige» Merkmale als Indikatoren der Produktivität beigezogen werden, wie Gruppen-merkmale. Wird den Bewerbern aufgrund der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe die durch-schnittliche Produktivität dieser Gruppe beigemessen, so spricht man von statistischer Diskriminierung. Becker (1957) hat eine Theorie über „Taste for discrimination“entwickelt. UnternehmerInnen haben Vor-urteile und Vorlieben für ArbeitnehmerInnen mit speziellen demographischen Merkmalen und zwar in derRegel für solche, die die gleichen Merkmale wie sie selbst aufweisen (Männer stellen Männer ein, wollen LohnMännerFrauen1. Persönliche Qualifikation2. Arbeitsplatzbezogene Merkmale3. Unternehmensspezifische Faktoren Rest: Differenz Geschlechtbei sonst gleichen Voraussetzungen Ø-LohnFØ-LohnMDiff.Lohn4. Weitere Faktoren Page 18 3 Ursachen von Lohndifferenzen, Lohndiskriminierung im engeren Sinne und Beschäftigungsdiskriminierung 12keine Frauen als Vorgesetzte, etc.). Das bedeutet, die Arbeitgeber (Arbeitgeberinnen) maximieren Nutzenstatt Gewinne. Dies ist möglich, solange der Wettbewerb nicht perfekt spielt.10Ausgehend von der empirischen Beobachtung, dass sich die Löhne von Frauen und Männern innerhalbvon klar und eng definierten Jobs nur noch wenig unterscheiden, haben Lazear und Rosen (1990) eineTheorie von Job Leitern (job ladders) entwickelt. Sie argumentieren, dass „only a tortured taste theory ofdiscrimination“ mit dieser empirischen Beobachtung vereinbar ist. Das Modell basiert auf der Annahme,dass Frauen dieselben Fähigkeiten auf dem Arbeitsmarkt haben wie Männer, aber über höhere Fähigkei-ten im Nicht-Marktbereich verfügen. Diese höheren Fähigkeiten führen dazu, dass Frauen eine höhereWahrscheinlichkeit haben, die Firma zugunsten von (unbezahlter) Heimarbeit zu verlassen. Dies führt da-zu, dass Firmen für Frauen die Mindestanforderung bezüglich einer Beförderung höher ansetzen als fürMänner (im gewählten Modellrahmen ist dieses Verhalten effizient). Dieses Verhalten der ArbeitgeberIn-nen führt dazu, dass Frauen im Durchschnitt tiefere Löhne haben (weil sie weniger befördert werden).Wie die Autoren einräumen, kann ihr Modell nicht erklären, warum beförderte Frauen nicht mehr verdie-nen als Männer im selben Job; schliesslich sind die beförderten Frauen im Schnitt fähiger als die beförder-ten Männer. Es wird argumentiert, dass dies an der Annahme gleichverteilter Fähigkeiten liegt. In derRealität sind diese Fähigkeiten, insbesondere die lernbaren und beobachtbaren Fähigkeiten aufgrund un-terschiedlicher Erwartungen nicht gleichverteilt. Die Theorie der Job Leitern und ihre empirischen Implika-tionen waren Gegenstand der von der Uni Bern realisierten Untersuchung der Lohnungleichheit über diegesamte Lohnverteilung in Strub et al. 2005, 2006 und 2008 (Kapitel 6). 10 Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass die Diskriminierung in Ländern mit starker Gleichbehandlungsgesetzgebung und starkemWettbewerb sowie geringen Arbeitsschutzmassnahmen geringer ist (vgl. Weichselbaumer/Winter-Ebmer 2003b). Page 19 4 Integration der Frauen und Männer in den Schweizer Unternehmen und Entlöhnung nach verschiedenen Merkmalen 13 4 Integration der Frauen und Männer in den Schweizer Unternehmenund Entlöhnung nach verschiedenen Merkmalen Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer. Lohnunterschiede haben viele verschiedene Ursa-chen. Wollen wir den Gründen für die nach wie vor bestehende Ungleichheit in der Entlöhnung zwischenden Geschlechtern auf die Spur kommen, müssen wir zuerst diejenigen Faktoren näher betrachten, wel-che den Lohn mitbestimmen. Es gilt zu berücksichtigen, dass sich Frauen und Männer auf dem Arbeits-markt unterscheiden: Sie bringen zum Teil unterschiedliche Voraussetzungen mit. Sie lernen andere Beru-fe als ihre männlichen Kollegen und sind in anderen Branchen tätig. Im vorliegenden Abschnitt widmenwir uns deshalb den unterschiedlichen Merkmalen, welche Frauen und Männer in den Schweizer Unter-nehmen charakterisieren.Welches sind die persönlichen Merkmale der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Schweiz? Wieverteilen sich Frauen und Männer auf verschiedene Stellen mit unterschiedlichen Anforderungen? In wel-chen Branchen arbeiten überwiegend Frauen? Wer verdient in welcher Position wieviel? Diese Fragenlassen sich anhand der Lohnstrukturerhebung beantworten. Die alle 2 Jahre bei den Unternehmen erho-benen Daten geben Auskunft über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Beschäftigten hinsichtlichfolgender Merkmale:■ Arbeitspensum und allgemeine Merkmale der Entlöhnung■ Persönliche Qualifikationsmerkmale (sog. „Humankapital“: Alter, Dienstalter, Ausbildung)■ Weitere persönliche Merkmale (Zivilstand, Nationalität/Aufenthaltsstatus)■ Arbeitsplatzbezogene Merkmale (Berufliche Stellung, Anforderungsniveau, Tätigkeitsbereich)■ Unternehmensspezifische Merkmale (Firmengrösse, Wirtschaftsbranche, Arbeitsort/Region).In diesem ersten Teil der Untersuchung werden wir die Zusammensetzung der Beschäftigten, deren Ent-löhnung nach den verschiedenen Merkmalen sowie die jüngste Lohnentwicklung aufzeigen.Da sich die Beschäftigten im privaten Sektor und im öffentlichen Sektor (Bund) anders zusammensetzenund die Entlöhnung in den beiden Sektoren zumindest teilweise nach unterschiedlichen Kriterien erfolgt,betrachten wir die Sektoren separat. Die Untersuchung gliedern wir wie folgt:■ Integration der Frauen und Männer in den Schweizer Unternehmen und Entlöhnung nach verschiede-nen Merkmalen im privaten Sektor im Jahr 2008, gegliedert nach der oben dargestellten Reihenfolge(Abschnitt 4.1);■ Wichtigste Merkmale und Entlöhnung der Beschäftigten im öffentlichen Sektor des Bundes im Jahr2008 (Abschnitt 4.2);■ Lohnentwicklung von 1998 bis 2008 im privaten Sektor: Entwicklung von Brutto- und Nettolöh-nen, sowie Tieflöhnen bzw. Löhnen unterhalb des Koordinationsabzugs (Abschnitt 4.3).Auf die Darstellung der Lohnentwicklung im öffentlichen Sektor verzichten wir aus erhebungstechnischenGründen. Page 20 4 Integration der Frauen und Männer in den Schweizer Unternehmen und Entlöhnung nach verschiedenen Merkmalen 14 4.1 Privater Sektor (2008) In den folgenden Abschnitten ist zu sehen, wie sich die in der Privatwirtschaft beschäftigten Frauen undMänner nach verschiedenen Merkmalen unterscheiden und wie diese entlöhnt werden. Die Angabenbeziehen sich auf (hochgerechnet) knapp 2.8 Millionen Beschäftigte in der Schweiz. Der Frauenanteilbeträgt 43.5 Prozent. (vgl. Tabelle 1).Tabelle 1: Beschäftigte im privaten Sektor, 2008 MännerFrauenInsgesamtFrauenanteilAnzahl Fälle N (ungewichtet)697’300536’2001’233’500Grösse Teil-Population (Gewichtung personenbezogen)1’561’200 1’202’4002’763’60043.5%Anmerkung: Werte gerundet, exklusive fehlende Angaben, vgl. Anhang A, Abschnitt 8.1.Quelle: LSE 2008, privater Sektor. 4.1.1 Durchschnittslöhne und Arbeitspensum sowie allgemeineMerkmale der Entlöhnung Tabelle 2 gibt einen Überblick über die Lohndifferenzen und das durchschnittliche Arbeitspensum derFrauen und Männer im privaten Sektor.Tabelle 2: Durchschnittslohn und Arbeitspensum, privater Sektor, 2008 Lohn und Arbeitspensum MännerFrauenDifferenz(in % v Männern)Bruttolohn, auf Vollzeit standardisiertDurchschnitt7’5165’634-25.0%Median (so viel verdienen 50% der Beschäftigten)6’1794’954-19.8%Nettolohn (effektiv ausbezahlt)Durchschnitt6’4273’745-41.7%Median (so viel verdienen 50% der Beschäftigten)5’3943’512-34.9%ArbeitspensumIndividueller Beschäftigungsgrad (Durchschnitt)94%72%-23.6%Anmerkung: Definition Bruttolohn (standardisiert) bzw. Nettolohn (nicht standard.), vgl. Fussnote 5.Quelle: LSE 2008, privater Sektor (Gewichtung personenbezogen). Vergleich Durchschnitts- und Medianlöhne■ Durchschnittslöhne (brutto, standardisiert): Die Männer erzielen im privaten Sektor im Jahr 2008einen durchschnittlichen standardisierten Bruttolohn von 7’516 Franken bezogen auf eine Vollzeiterwerbs-tätigkeit à 40 Stunden pro Woche. Der entsprechende Wert für die Frauen ist 1’882 Franken tiefer undliegt bei 5’634 Franken. Das heisst, die Frauen verdienen bezogen auf eine Vollzeitstelle im Durchschnitt25.0 Prozent weniger als die Männer.■ Medianlöhne (brutto, standardisiert): Die entsprechenden Medianlöhne sind für beide Geschlechtertiefer und liegen bei 6’179 bzw. 4’954 Franken11, wobei der Unterschied zum Durchschnittslohn bei denMännern deutlicher ausfällt.Der Median teilt die untersuchte Gruppe in je zwei Hälften. Für die eine Hälfte liegt der Lohn über demMedianwert, für die andere darunter. Der Median ist im Gegensatz zum Mittelwert bzw. „Durchschnitt“ 11 Diese Werte beziehen sich auf die hier verwendete, einheitliche Grundgesamtheit und die personenbezogene Gewichtung (vgl.Abschnitt 8.1). Sie weichen deshalb leicht ab von den Werten, die das Bundesamt für Statistik in den offiziellen Lohnstatistikenausweist (BFS 2009a): Medianlohn 2008 (Gewichtung stellenbezogen): Männer 6’198 Fr., Frauen 4’997 Fr., Differenz –19.4%. Page 21 4 Integration der Frauen und Männer in den Schweizer Unternehmen und Entlöhnung nach verschiedenen Merkmalen 15robust gegen extrem hohe oder extrem tiefe Werte. Die Lohndifferenz gemessen am Medianlohn ist mit-19.8 Prozent deshalb kleiner als die Durchschnittslohndifferenz (–25.0%), da gerade die sehr hohen Löh-ne (Kaderstellen) vor allem von Männern erzielt werden.Vergleich Brutto- und NettolöhneDie nicht standardisierten, effektiv ausbezahlten Nettolöhne sind tiefer als die standardisierten Brutto-löhne, wobei der Unterschied vor allem bei den Frauen ins Gewicht fällt. Der durchschnittliche Nettolohnbeträgt 6’427 Franken bei den Männern und 3’745 Franken bei den Frauen. Der Grund für die deutlichtieferen Nettolöhne der Frauen liegt vor allem im Beschäftigungsgrad. Frauen sind häufiger als MännerTeilzeit erwerbstätig (vgl. unten), was sich in den deutlich tieferen Nettolöhnen widerspiegelt und sichindirekt in der grösseren nicht-standardisierten Nettolohndifferenz zeigt: Frauen verdienen effektiv im Durchschnitt 41.7 Prozent weniger als die Männer im privaten Sektor.Nicht standardisierte Nettolöhne bzw. Nettolohndifferenzen sind entscheidend in zweierlei Hinsicht:■ Sie bestimmen das effektiv verfügbare Einkommen in der Gegenwart. Die Frauen haben demnach rund40 Prozent weniger Lohneinkommen zur Verfügung als die Männer.■ Die Nettolöhne sind auch entscheidend im Hinblick auf künftige Sozialversicherungsleistungen, Rentenund Vorsorgegelder. Diese hängen zu einem grossen Teil vom effektiv im Laufe des Erwerbslebens akku-mulierten Einkommen ab. Frauen besetzen 4.5 Mal häufiger als Männer Stellen mit geringfügigem Be-schäftigungsgrad und/oder tiefem Lohn für welche von den ArbeitgeberInnen keine Pensionskassen-beiträge zu entrichten sind (vgl. Abschnitt 4.3.4).12ArbeitspensumWie Tabelle 3 zeigt, gibt es auch im Jahr 2008 grosse Unterschiede in der Erwerbsbeteiligung von Frauenund Männern. Während sich im Laufe der letzten Jahre die Erwerbstätigkeit der Frauen stetig erhöht hat,ist immer noch rund die Hälfte der Frauen Teilzeit erwerbstätig, während die grosse Mehrheit der Männerein Vollzeitpensum inne hat: ■ Insgesamt sind knapp 70 Prozent der in der Lohnstrukturerhebung erfassten Beschäftigten des privatenSektors Vollzeit erwerbstätig. Bei den Männern sind es fast 9 von 10, die Vollzeit (das heisst 90% odermehr) arbeiten, bei den Frauen hingegen ist nur knapp jede zweite Vollzeit erwerbstätig.■ Anders formuliert: mehr als drei Viertel der Beschäftigten mit einem Pensum von weniger als 90 Prozentsind Frauen. Frauen sind im Unterschied zu den Männern hauptsächlich aus familiären Gründen Teilzeiterwerbstätig (vgl. Strub 2003). Die traditionelle innerfamiliäre Rollenteilung zwischen Frauen und Män-nern ist immer noch weit verbreitet. In den meisten Partnerschaften sind die Frauen hauptsächlich verant-wortlich für die Erledigung der unbezahlten Hausarbeiten und für die Kinderbetreuung, während dieMänner ihre Zeit schwergewichtig in die bezahlte Erwerbsarbeit investieren (Strub/Bauer 2002). Die Frau-en haben dadurch ein niedrigeres Einkommen zur Verfügung, was nicht nur (aber dann besonders) imFalle einer Trennung oder Scheidung spürbar wird.Interessant ist auch die Betrachtung der Lohnunterschiede nach Beschäftigungsgrad (Abbildung 4): Die durchschnittlichen Lohndifferenzen sind gemessen an den auf Vollzeit standardisierten Bruttolöhnenje nach Höhe des Beschäftigungsgrades unterschiedlich gross (obschon die Löhne auf ein gleiches Er-werbspensum von 40 Stunden pro Woche standardisiert sind). Die Lohndifferenzen zwischen Frauen und 12 Sozialversicherungsleistungen sind hauptsächlich auf Vollverdienende und Ehefrauen zugeschnitten. Wie sich die Lohndifferen-zen der Vergangenheit auf die heutigen Renten auswirken, ist zum Beispiel in Strub/Stutz (2004) thematisiert: Die durchschnittlichePensionskassenrente der Männer ist im Jahr 2000 mehr als doppelt so hoch wie diejenige der Frauen (2’780 versus 1’337 Franken).Ein Viertel der gesamten Pensionskassenguthaben gehört Frauen, in den obersten Guthabensklassen sind sie nahezu inexistent. Page 22 4 Integration der Frauen und Männer in den Schweizer Unternehmen und Entlöhnung nach verschiedenen Merkmalen 16Männern betragen bei den Teilzeitbeschäftigten zwischen knapp 12 Prozent (BG kleiner 20%) und knapp18 Prozent (BG 20-39%) und sind somit kleiner als die Lohnunterschiede bei den Erwerbstätigen mit ei-nem Beschäftigungsgrad von mindestens 90 Prozent. Dies kann als indirekter Hinweis darauf gedeutetwerden, dass es Unterschiede gibt zwischen Vollzeit- und Teilzeitstellen. Ein Grund für die relativ hoheLohndifferenz bei den Vollzeitstellen dürfte darin liegen, dass in dieser Gruppe die Spitzenverdiener in denTop-Kaderpositionen – in der Regel Männer – zu finden sind.13Tabelle 3: Anteil Frauen und Männer nach Beschäftigungsgrad, Frauenanteil und durchschnittlicheDifferenz der standardisierten Bruttolöhne Beschäftigungsgrad (BG)Anteil Beschäftigte pro BG-KategorieFrauenanteilLohndifferenzMännerFrauenInsgesamtinnerhalb der BG-KategorieBeschäftigungsgrad kleiner 20%2.3%9.2%5.3%75.5% -11.8%Beschäftigungsgrad 20-39%2.3%10.3%5.7%77.8% -17.5%Beschäftigungsgrad 40-59%2.3%13.6%7.2%81.9% -13.5%Beschäftigungsgrad 60-89%4.9%19.7%11.3%75.6% -13.3%Beschäftigungsgrad 90-104% (Vollzeit)86.1%46.4%68.8%29.3% -24.9%Beschäftigungsgrad grösser 105%2.2%0.8%1.6%22.0% -20.2%Total100.0%100.0%100.0%43.5% -25.0%Anmerkung: Beschäftigungsgrad im Vergleich zur betriebsüblichen Wochenarbeitszeit. Lohndifferenz = in % des Durchschnittslohns der Männer (Basis: Monatlicher Bruttolohn standardisiert, vgl. Fussnote 5).Quelle: LSE 2008, privater Sektor. Abbildung 4: Durchschnittlicher Bruttolohn standardisiert nach Beschäftigungsgrad Anmerkung: Standardisierter Bruttolohn = Monatlicher Bruttolohn standardisiert auf Vollzeit (40 Std./Woche).Quelle: LSE 2008, privater Sektor. 13 Dieser Hinweis gilt auch für die übrigen Darstellungen und Grafiken im vorliegenden Kapitel. Den direkten, isolierten Einfluss dereinzelnen Faktoren auf den Lohn – gegeben alle anderen Merkmale sind gleich – ermitteln wir in Kapitel 5, wo es darum geht, dieUrsachen der Lohndifferenzen zu untersuchen. Durchschnittl. standardisierter Bruttolohn nach Beschäftigungsgrad-Kategorie 01’0002’0003’0004’0005’0006’0007’0008’0009’000=105%)InsgesamtMännerFrauen Page 23 4 Integration der Frauen und Männer in den Schweizer Unternehmen und Entlöhnung nach verschiedenen Merkmalen 17LohnformIn Bezug auf die Verteilung auf der verschiedenen Lohnformen gibt es auf den ersten Blick keine grossenUnterschiede zwischen Frauen und Männern. Für die grosse Mehrheit der Beschäftigten hängt die Entlöh-nung von der Anzahl der geleisteten Stunden ab (Zeitlöhne, vgl. Tabelle 4). Akkordlöhne sind nicht vongrosser Bedeutung. Tabelle 4: Anteil Beschäftigte nach Lohnform, Frauenanteil und durchschnittliche Lohndifferenz LohnformAnteil Beschäftigte nach LohnformFrauenanteilLohndifferenzMännerFrauenInsgesamtinnerhalb derselben Lohnform Zeitlohn93.3%95.4%94.2%44.1% -23.7%Prämienlohn1.5%1.1%1.3%35.2% -27.3%Lohn mit Provisionsanteil4.9%3.2%4.1%33.3% -37.8%Akkordlohn0.3%0.3%0.3%45.7% -26.4%Total100.0%100.0%100.0%43.5% -25.0%Anmerkung: Lohndifferenz = in % des Durchschnittslohns der Männer (Basis: Monatlicher Bruttolohn standardisiert, vgl. Fussnote 5).Quelle: LSE 2008, privater Sektor. Substanzielle Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es aber bezüglich Prämienlöhne und Löhnemit Provisionsanteil, wobei vor allem die Letzteren ins Gewicht fallen:■ Insgesamt erhalten 4 Prozent der Beschäftigten einen Lohn mit Provisionsanteil. Davon sind genau einDrittel Frauen. ■ Von Löhnen mit Provisionsanteilen profitieren Männer stärker als Frauen. Der Durchschnittslohn derMänner, deren Entlöhnung vom Umsatz oder ähnlichen Kriterien abhängig ist, beträgt gut 10’500 Fran-ken, während der entsprechende Wert bei den Frauen mit 6’550 Franken fast 38 Prozent geringer ist.Ähnlich sind die Verhältnisse bei den gut 1 Prozent Beschäftigten (1.5% der Männer, 1.1% der Frauen),welche Prämienlöhne beziehen. Die Lohndifferenz beträgt in dieser Gruppe gut -27 Prozent, wobei dasLohnniveau im Vergleich zur Kategorie «Lohn mit Provisionsanteil» bei den Männern eindeutig tiefer, beiden Frauen jedoch leicht höher ist.Abbildung 5: Durchschnittlicher Bruttolohn standardisiert nach Lohnform Anmerkung: „Durchschnittslohn“ = Monatlicher Bruttolohn standardisiert auf 40 Std./Woche.Quelle: LSE 2008, privater Sektor. Durchschnittslohn nach Lohnform02’0004’0006’0008’00010’00012’000ZeitlohnPrämienlohnLohn mit ProvisionsanteilAkkordlohnInsgesamt MännerFrauenDurchschnittslohn Frauen Männer Page 24 4 Integration der Frauen und Männer in den Schweizer Unternehmen und Entlöhnung nach verschiedenen Merkmalen 18Weitere Merkmale der EntlöhnungBezüglich Entlöhnung gibt es weitere Merkmale, die einen Teil der Lohnunterschiede zwischen Frauen undMännern mit erklären (vgl. Tabelle 5 und Tabelle 6):■ Gut jede fünfte Frau, aber nur jeder elfte Mann wird im Stundenlohn entlöhnt. Stundenlöhne gehen oftmit prekären Beschäftigungsverhältnissen und Tieflöhnen einher (vgl. dazu auch Abschnitt 4.3.3).■ Etwas mehr als ein Drittel der Beschäftigtenverhältnisse sind einem Gesamtarbeitsvertrag unterstellt.Der Anteil ist bei den Männern mit knapp 38% leicht höher als bei den Frauen mit einem Drittel.Tabelle 5: Anteil Frauen und Männer nach weiteren Merkmalen der Entlöhnung Weitere Merkmale der Entlöhnung MännerFrauenInsgesamtLohnart- Entlöhnung im Stundenlohn9.1%22.1%14.8%Lohnvereinbarung- mit Gesamtarbeitsvertrag37.6%33.3%35.7%Quelle: LSE 2008, privater Sektor. Der standardisierte Bruttolohn setzt sich aus verschiedenen Lohnbestandteilen zusammen: Grundlohn(=„Bruttolohn“ in der LSE), Zulagen, 13. Monatslohn und Sonderzahlungen. Der Grundlohn macht imDurchschnitt rund 90 Prozent des Lohnes aus (vgl. Abschnitt 4.3.1 zur Entwicklung der Bruttolöhne). Abernicht alle Beschäftigten erhalten zusätzliche Lohnbestandteile, die über den Grundlohn hinaus gehen:■ Zulagen für Nacht-, Schicht-, Wochenendarbeit oder andere Erschwerniszulagen erhält jede/r zehnteBeschäftigte. Der Anteil ist bei den Frauen minim höher (12.4 vs. 11.6%).■ Beinahe 8 von 10 Männern erhalten einen 13. Monatslohn ausbezahlt. Bei den Frauen sind es 7 von 10Beschäftigten.■ Im Durchschnitt erhalten 28 Prozent, also fast 3 von 10 Angestellten, Sonderzahlungen in Form vonnicht regelmässig geleisteten Zahlungen wie z.B. Weihnachtsgratifikation, unregelmässig ausbezahltePrämien und Provisionen aller Art, Umsatz- und Gewinnbeteiligung usw. Der Anteil ist bei den Männernmit knapp 32 Prozent höher als bei den Frauen mit 23 Prozent. Die Verbreitung von Sonderzahlungen hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. 1998 betrug derentsprechende Anteil bei den Männern lediglich 22.4 Prozent und bei den Frauen 18.7 Prozent.Tabelle 6: Anteil Beschäftigte mit zusätzlichen Lohnbestandteilen Zusätzliche LohnbestandteileMännerFrauenInsgesamtZulagen- mit Zulagen11.6%12.4%11.9%13. Monatslohn- mit 13. (14.) Monatslohn77.8%71.8%75.2%Sonderzahlungen- mit Sonderzahlungen31.5%23.0%27.8%Anmerkung: Die zusätzlichen Lohnbestandteile sind im standard. Bruttolohn enthalten.Quelle: LSE 2008, privater Sektor. Interessant sind die grossen betragsmässigen Differenzen bei den Sonderzahlungen (vgl. Abbildung 6).Nicht nur sind es mehr Männer, die solche Zahlungen erhalten (ähnlich wie bei den Provisionsanteilen zusehen war). Sie erhalten auch deutlich grössere Beträge als die Frauen. Die fast 32 Prozent Männer, dievon Sonderzahlungen profitieren, erhalten im Durchschnitt 1‘398 Franken pro Monat (auf Vollzeit stan-dardisiert). Bei den 23 Prozent der Frauen mit Sonderzahlungen fallen die entsprechenden Beträge mit Page 25 4 Integration der Frauen und Männer in den Schweizer Unternehmen und Entlöhnung nach verschiedenen Merkmalen 19durchschnittlich 550 Franken zweieinhalb Mal geringer aus. Im Jahr 2002 war zumindest der Anteil männ-licher Bezüger noch deutlich geringer (28% der Männer, 23% der Frauen) und die Beträge fielen umeiniges kleiner aus. Während bei den Männern sowohl der Anteil wie auch die absolute Anzahl Bezüger von Sonderzahlun-gen seit 2002 zugenommen hat, ist der Anteil bei den Frauen nach einem „Zwischenhoch“ von 25% imJahr 2006 in der neuesten Auswertung 2008 wieder auf den Stand von 2002 gesunken (je 23%) und dieAnzahl Bezügerinnen von Sonderzahlungen stagniert.Abbildung 6: Durchschnittliche monatliche Sonderzahlungen, auf Vollzeit standardisiert, und Anzahl BezügerInnen nach Geschlecht, 2002, 2006 und 2008 Anmerkung: Sonderzahlungen = nicht regelmässig geleistete Zahlungen wie z.B. Weihnachtsgratifikationen, unre-gelmässig ausbezahlte Prämien und Provisionen, Umsatz-/ Gewinnbeteiligungen, usw. Das Jahr 2004 wurde in den Vorgängerstudien im Hinblick auf diese Fragestellung nicht ausgewertet.Quelle: LSE 2002, 2006 und 2008, privater Sektor. Wie weit der zunehmende Trend zu erfolgsorientierter Entlöhnung der letzten Jahre in erster Linie Män-nern zu Gute kommt und die Gefahr besteht, dass sich die Lohndifferenzen zwischen den Geschlechterndadurch wiederum vergrössern werden, müsste anhand von zusätzlichen Analysen vertieft werden. Diehier vorgenommenen Analysen deuten aber stark darauf hin, dass diese Gefahr effektiv besteht.14Wie wirken sich die Entlöhnungsformen und Lohnbestandteile auf die durchschnittlichen Gehälter aus?Angestellte im Stundenlohn verdienen im Schnitt weniger als Beschäftigte im Monatslohn (Männer rund30 Prozent weniger, Frauen 16 Prozent weniger). Ebenso verdienen Beschäftigte, deren Arbeitsverhältniseinem Gesamtarbeitsvertrag unterstellt ist, im Durchschnitt weniger als die übrigen Beschäftigten. WerZulagen für Nacht-, Schicht- oder Sonntagsarbeit erhält, verdient durchschnittlich weniger als Beschäftigte ohne derartige Zulagen. Der Erhalt eines 13. Monatslohns wirkt sich hingegen für Frauen und Männerunterschiedlich auf die Löhne aus. Während Frauen, die einen 13. Monatslohn erhalten, im Durchschnitt 14 Die bisherigen Erfahrungen mit der Analyse der Löhne einzelner Unternehmen deuten darauf hin, dass die geschlechts-spezifischen Lohndifferenzen grösser sind, wenn Leistungsanteile ein zentraler Bestandteil der Lohnpolitik sind. Meist werden Provi-sionsanteile oder Sonderzahlungen nicht in allen Funktionen bzw. Positionen ausbezahlt, sondern vor allem in den überwiegendmännlich besetzten, höheren Funktionen oder für Spezialisten-Tätigkeiten. 1’398 Fr.1’213 Fr.896 Fr.550 Fr.481 Fr.377 Fr. 05001’0001’5002’0000100’000200’000300’000400’000500’000600’000 200820062002200820062002 Durchschnittl. monatliche Sonderzahlungen und Anzahl BezügerInnen(nur Beschäftigte, die Sonderzahlungen erhalten) Frauen Männer Anzahl BezügerInnen BezügerInnenFr. Page 26 4 Integration der Frauen und Männer in den Schweizer Unternehmen und Entlöhnung nach verschiedenen Merkmalen 20mehr verdienen als solche ohne diesen Lohnbestandteil, ist der durchschnittliche Lohn bei Männern mit13. Monatslohn tiefer als derjenige von Männern ohne 13. Monatslohn. Die Durchschnittslohnbetrachtung allein ist nur bedingt aussagekräftig, da sich die entsprechenden Stellenstark voneinander unterscheiden, das heisst, unterschiedliche Anforderungen an die Beschäftigten stellenund zum Teil Differenzen zwischen Branchen und Tätigkeiten widerspiegeln. Wie sich die einzelnen Lohn-bestandteile effektiv auf die Löhne auswirken, wenn für die Unterschiede bezüglich Qualifikation, berufli-cher Stellung, Branchenzugehörigkeit etc. kontrolliert wird, ist in Kapitel 5 zu sehen. 4.1.2 Persönliche Qualifikationsmerkmale (Humankapital) Wie viel jemand verdient ist zum einen abhängig von der Qualifikation, insbesondere der p
  5. Redaktion says:

    Schweiz, 05. Juni 2016: (78% dagegen aber)
    immerhin 22% Vernünftige
    ======================================
    http://www.focus.de/politik/ausland/78-prozent-dagegen-schweizer-lehnen-grundeinkommen-mit-grosser-mehrheit-ab_id_5596952.html
    Durchrechnung siehe
    https://existenzgeld2.wordpress.com/#rchnbspl

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